30. Januar 2026 – Claudia Kallmeier Unkategorisiert

„Science has no borders“ – von Freiberg nach Japan

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Vier Doktorand:innen, vier Wochen Japan – Mykyta Levchenko, Galiia Khalimova, Anastasiia Sherstneva und Anhelina Mospan vom Institut für Eisen- und Stahltechnologie berichten über ihren Forschungsaufenthalt im Land der aufgehenden Sonne. 

Ein intensiver wissenschaftlicher Austausch und die Stärkung internationaler Netzwerke standen im Mittelpunkt unseres Forschungsaufenthalts in Japan. Als Delegation von vier Doktoranden des Instituts für Eisen- und Stahltechnologie hatten wir im November 2025 die Gelegenheit, vier Wochen lang unsere Expertise in der modernen Metallurgie mit renommierten japanischen Partnern zu teilen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Unser Forschungsfokus liegt auf der Eisen- und Stahlmetallurgie entlang der gesamten Prozesskette – von der Primär- und Sekundärmetallurgie bis hin zu modernen pulvermetallurgischen Verfahren. Gerade jetzt stehen Wissenschaft und Industrie gemeinsam vor der schwierigen Herausforderung, resilienter und umweltfreundlicher zu werden. Einer der wichtigsten Schritte zur Bewältigung dieser Aufgaben ist die internationale Kooperation unter dem Motto „Science has no borders“. Unsere Reiseroute führte uns zu drei herausragenden Institutionen: der Ibaraki University in Hitachi, der Kyushu University in Fukuoka sowie dem Shibaura Institute of Technology in Tokio. An allen drei Standorten wurden wir herzlich empfangen und erhielten Zugang zu hochspezialisierter Laborinfrastruktur. Dies ermöglichte es uns, umfangreiche gemeinsame Versuchsreihen durchzuführen, deren Ergebnisse direkt in unsere laufenden Promotionen einfließen werden.

Neben der praktischen Arbeit in den Laboren nutzten wir Seminare und Vorträge, um unsere individuellen Forschungsergebnisse zur Diskussion zu stellen und gleichzeitig unsere Universität als attraktiven Standort für exzellente Forschung zu präsentieren. Ein weiterer Höhepunkt abseits der universitären Partnerschaften war der kulturelle Austausch. Es war eine wertvolle Erfahrung – das Eintauchen in eine Kultur, die sich grundlegend von der gewohnten unterscheidet, sowie die Möglichkeit, unter Berücksichtigung der japanischen Bräuche und Traditionen zu leben und zu arbeiten. Diese Erfahrung hat unsere interkulturelle Kompetenz gestärkt und hilft uns dabei, Menschen aus anderen Kulturkreisen offener und verständnisvoller zu begegnen.

 

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Galiia Khalimova: Der Japan-Aufenthalt war ein fachlicher und persönlicher Durchbruch. Der Zugang zu spezialisierten Anlagen lieferte entscheidende Daten, die für meine Promotion wichtig sind und die Optimierung der Entkupferung maßgeblich voranbringen. Der internationale Austausch erweiterte meinen wissenschaftlichen Horizont und zeigte den Wert kultureller Vielfalt. Besonders die Anerkennung als Forscherin und das Knüpfen globaler Netzwerke haben mich gestärkt und sind ein wichtiger Grundstein für meine Zukunft.

 

© Mykyta Levchenko

Mykyta Levchenko: Aus persönlicher Sicht hat mich dieser Forschungsaufenthalt in Japan schon lange vor meiner Ankunft etwas gelehrt. Die Kommunikation mit japanischen Professoren und die Reiseplanung waren bereits große Herausforderungen, die mir halfen, meine organisatorischen Fähigkeiten zu verbessern. Darüber hinaus lernte ich durch meinen Aufenthalt und die Durchführung von Experimenten in japanischen Labors eine völlig andere Welt kennen, was sich natürlich positiv auf meine Doktorarbeit und meine persönliche Entwicklung auswirkte.

 

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Anhelina Mospan: Der Forschungsaufenthalt in Japan hat meine Promotion vor allem praktisch unterstützt: In den Laboren der Partnerinstitutionen konnte ich wichtige Experimente durchführen bzw. begleiten und zusätzliche Messdaten gewinnen, die direkt in meine laufende Auswertung einfließen. Der fachliche Austausch vor Ort hat dabei geholfen, offene Punkte sauber einzuordnen und die nächsten Arbeitsschritte in Freiberg präziser zu planen. Ermöglicht wurde dies durch die Internationalisierungsförderung der TU Bergakademie Freiberg.

 

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Anastasiia Sherstneva: Die Forschungsreise nach Japan stellte für mich die erste derart umfangreiche Erfahrung im Rahmen meiner Promotion dar. Sie ermöglichte mir die Durchführung wichtiger Experimente, die in Freiberg nicht realisierbar sind, was insbesondere für meine Arbeit im Bereich der Pulvermetallurgie von großer Bedeutung ist. Zudem zeigte mir der internationale Austausch, dass mein Forschungsthema weltweit aktuell ist. Durch mehrere wissenschaftlichen Vorträge und Diskussionen mit internationalen Forschenden konnte ich meine Ergebnisse reflektieren, mein Vertrauen in das eigene Projekt stärken und wertvolle Erfahrung im Führen fachlicher Diskussionen sammeln. Insgesamt leistete die Reise einen wichtigen Beitrag sowohl zu meiner Dissertation als auch zu meiner persönlichen Entwicklung als Wissenschaftlerin.