Lukas Neubert berichtet aus Japan: Einblicke in seine Forschungsreise im April 2026
Meine Japanreise stellte eine fachlich wie persönlich äußerst bereichernde Erfahrung dar und verband wissenschaftlichen Austausch, industrielle Einblicke sowie interkulturelle Begegnungen. Der Reiseverlauf gliederte sich in drei wesentliche Abschnitte: den Aufenthalt an der Kyushu University, die Teilnahme am 4th ISIJ–VDEh–Jernkontoret Joint Symposium in Sendai sowie einen abschließenden Aufenthalt in Tokio.
Aufenthalt an der Kyushu University in Fukuoka
Zu Beginn der Reise führte der Weg nach Fukuoka, wo das Department of Materials der Kyushu University besucht wurde. Ein zentraler Programmpunkt war ein eigener Fachvortrag vor Studierenden und Mitarbeitenden des Departments. Dabei wurden aktuelle Forschungsarbeiten bezüglich der Extraktion von wertvollen Elementen aus Eisenhüttenschlacken vorgestellt. Die anschließenden Diskussionen zeigten ein großes Interesse seitens der Zuhörenden und ermöglichten einen intensiven wissenschaftlichen Austausch.

Darüber hinaus wurden die Labore von Professor Ko-ichiro Ohno und Professor Noritaka Saito besichtigt. Die Einblicke in die experimentelle Forschung vor Ort verdeutlichten die hohe Qualität und Innovationskraft der japanischen Materialwissenschaften. Den Abschluss des Aufenthalts bildete ein gemeinsames Abendessen im traditionellen Fukuoka-Stil mit Yakitori und „Nomihodai“. Diese gesellige Runde bot nicht nur die Möglichkeit, den wissenschaftlichen Austausch in informeller Atmosphäre fortzusetzen, sondern auch kulturelle Eindrücke zu gewinnen und persönliche Kontakte zu vertiefen.
Weiterreise nach Sendai und Teilnahme am Symposium

Im Anschluss erfolgte die Weiterreise mit dem Shinkansen über Hamamatsu nach Sendai. In Sendai fand das 4th ISIJ–VDEh–Jernkontoret Joint Symposium statt, eine hochkarätige Veranstaltung mit rund 70 eingeladenen Expertinnen und Experten aus Deutschland, Japan und Schweden. Ziel des Symposiums war es, aktuelle Entwicklungen in der Eisen- und Stahlherstellung zu diskutieren und die internationale Zusammenarbeit weiter zu stärken.
Das Programm umfasste zahlreiche Fachvorträge zu zentralen Themen wie nachhaltige Produktionsprozesse, Ressourceneffizienz und innovative Technologien. Auch hier durfte ich einen eigenen Vortrag halten, mit der Möglichkeit, die eigene Forschung einem internationalen Fachpublikum vorzustellen und wertvolles Feedback zu erhalten.
Industriebesuche und Exkursionen

Ein wesentlicher Bestandteil des Symposiums waren mehrereWerksführungen und Besuche führender Industrie- und Forschungseinrichtungen. Dazu zählte unter anderem die Synchrotron Radiation Facility NanoTerasu, die modernste Methoden zur Materialcharakterisierung ermöglicht und neue Perspektiven für die Forschung eröffnet.
Weitere Stationen waren das Elektrostahlwerk von Godo Steel Ltd, die J&T Recycling Corporation sowie die Kimitsu Works der Nippon Steel Corporation. Diese Besuche boten einen direkten Einblick in industrielle Prozesse und verdeutlichten die Innovationskraft und Effizienz der japanischen Stahlindustrie.
Abschluss in der Hauptstadt Tokio

Vor dem Rückflug bot sich die Gelegenheit, einen Tag in Tokio touristisch zu verbringen. Die pulsierende Metropole vereint auf einzigartige Weise Tradition und Moderne und vermittelte einen weiteren Eindruck von der kulturellen Vielfalt Japans. Neben bekannten Sehenswürdigkeiten standen auch alltägliche Eindrücke des urbanen Lebens im Vordergrund, die die Reise auf angenehme Weise abrundeten.
Abschließend gilt ein besonderer Dank der GraFA, deren Unterstützung diese Reise erst ermöglicht hat. Ohne diese Förderung wäre die Teilnahme am Symposium sowie der intensive wissenschaftliche Austausch vor Ort nicht realisierbar gewesen. Die gewonnenen Erkenntnisse, Kontakte und Erfahrungen stellen einen nachhaltigen Mehrwert für unsere weitere wissenschaftliche Arbeit dar.
Lukas Neubert, 24/04/2026