09. März 2026 – Claudia Kallmeier Unkategorisiert

Inspiration bei Käsefondue

© Robert Kunz

Robert Kunz und Lennart Schierling, beide Doktoranden am MSE Lab, waren im Februar 2026 zu Gast am Future Computing Laboratory der ETH Zürich. Hier erzählen sie, wie sie bei der Winter School wertvolle Inspiration für die eigene Forschung fanden.

Als Doktoranden am MSE Lab beschäftigen wir uns mit der Entwicklung smarter Sensorsysteme. Ein wichtiger Aspekt dieser Systeme ist die Verarbeitung von Messdaten zu semantischen Informationen nahe am Sensor – und zwar mit minimalem Energieverbrauch. Eine mögliche Lösung dieser Aufgabe ist die Entwicklung von Prozessoren, die für diese Anwendungsfälle optimiert sind.

© Lennart Schierling

In der Winterschool des Future Computing Laboratory vom 9. bis 12. Februar 2026 in Zürich hatten wir die Gelegenheit verschiedene Ansätze kennenzulernen, wie anwendungsspezifische Verarbeitungseinheiten in bestehende Prozessordesigns integriert werden können. Die Woche startete jedoch mit einem Exkurs in die Fertigung von eigenen integrierten Schaltkreisen (Chips). In der Regel ist diese auf die Produktion hoher Stückzahlen ausgelegt, mit sehr hohen Anfangskosten verbunden und für Einzelpersonen oder Bildungseinrichtungen nur schwer zugänglich. Die Initiative „Tiny Tapeout“ hat sich zum Ziel gesetzt, diese Zugangshürden drastisch zu reduzieren. Durch die Entwicklung niederigschwelliger Entwicklungswerkzeuge und eine Art organisierter Sammelbestellung können beispielsweise Studierende kleine Designs günstig fertigen lassen. Fünf Keynotes von Spitzenforschenden zu Themen wie „End-to-end Open Source Design“ oder „3D Human Foundation Models“ bis zu „Hardware implementation challenges for post-quantum cryptography“ setzten den breiteren Kontext für die restliche Woche.

Es folgten drei intensive Workshoptage, begleitet durch einführende technische Vorträge, in denen wir eigenständig verschiedene Implementierungen von Hardware-Beschleunigern erstellten und durch Simulationen verglichen. Abgerundet wurde unser Aufenthalt durch Einblicke in die Struktur und Arbeitsweise der ETH Zürich, persönliche Gespräche mit aktuellen Forschungspartnern und vorzügliches Käsefondue.

© Lennart Schierling

Robert Kunz: Die Teilnahme an der Winterschool hat bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Workshop hat es mir ermöglicht, mich innerhalb kurzer Zeit sehr intensiv in eine Lösungsstrategie für eine zentrale Problemstellung meiner Promotion einzuarbeiten. Der direkte Kontakt zu den Workshopleitern ermöglichte es außerdem, in persönlichen Gesprächen eigene bisherige Ansätze zu diskutieren und dem Vorgestellten gegenüber zu stellen. Die Einblicke in die Arbeitsweise des Integrated Systems Laboratory und die Vertiefung der Kontakte zu bisherigen Forschungspartnern lieferten außerdem Inspiration und Motivation für die eigenen Forschungsprojekte.

© Robert Kunz

Lennart Schierling: Durch die Teilnahme an der Winterschool konnte ich einen tieferen Einblick in das Fachgebiet der Digitalen Schaltungsentwicklung, die genutzten Entwicklungswerkzeuge in einem akademische Kontext sowie die Arbeitsweise von wichtigen Akteuer:innen in diesem Gebiet erlangen. Das gewonnene Wissen ermöglicht es mir, bestehende technische Lösungen im fachlichen Umfeld meiner Promotion besser einzuordnen und inspiriert mich, meine eigene Forschung in neue Richtungen weiterzuentwickeln.