Vom 15. bis 20. März fand die 79. Jahrestagung der DPG in Berlin statt. Zu diesem jährlich zwischen Berlin, Regensburg und Dresden zirkulierenden Event versammelten sich auch in diesem Jahr wieder ein Großteil der Physiker aus dem Bereich der kondensierten Materie. Letzterer setzt sich aus diversen Teilgebieten zusammen, angefangen bei biologischer und chemischer Physik über Geschichte und Philosophie der Physik bis hin zur Astrophysik und vielen anderen.
Uns Freiberger interessiert natürlich im Wesentlichen die Materialphysik. Wir selbst hatten von den insgesamt 311 Hauptvorträgen, 3147 Kurzvorträgen und 1658 Postern 12 Beiträge in den Bereichen Metall- und Materialphysik (MM), Oberflächenphysik (O), Halbleiterphysik (HL), Dünne Schichten (DS) und Dielektrische Festkörper (DF) gestellt und waren mit 12 Leuten vor Ort (ITP only).
BTW: Die DPG ist die älteste nationale und mit über 62 000 Migliedern (Stand 2012) auch größte physikalische Fachgesellschaft der Welt. An den s.g. DPG Frühjahrstagungen nehmen jährlich mehrere tausend Physiker Teil.((http://www.dpg-physik.de/veranstaltungen/tagungen/index.html))((http://www.dpg-physik.de/presse/pressemit/2014/dpg-pm-2014-06.html))((http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Physikalische_Gesellschaft))
Der Ablauf gestaltete sich denkbar einfach:
1) Ankunft Sonntagabend mit Willkommens-Buffet
2) Aufstehen Montag bis Freitag um 7.00, Beginn erster Vortrag um 8.30, Ende letzter Vortrag zw. 19.00 und 20.00 Uhr
3) Teilnahme an diversen „After-Show-Partys“ bis 10.00/11.00 Uhr
4) Abreise Freitag Nachmittag
Zum Glück war leichte Verpflegung im Tagungsbeitrag inkludiert, sodass uns quasi endlose Flüsse an starkem Kaffee, Schwarzem Tee, Wasser und Bretzeln zur Verfügung stand. Ab 10.00 Uhr (morgens!) konnte dann auch bei Bedarf das erste hopfenhaltige Getränk eingenommen werden. 😉
Besondere Highlights während dieser Woche waren der Einsteinslam((http://www.dpg-physik.de/dpg/gliederung/junge/programm/events/exkursionen/2011/einstein_slam/index.html)), diverse Talks von Preisträgern((http://berlin15.dpg-tagungen.de/programm/preistraeger.html)) über das „Quantum Universe“ oder auch “The Power of Coincidence” und die zahlreichen Plenarvorträge((http://www.dpg-verhandlungen.de/year/2015/conference/berlin/part/pv)), die sich bestens als Einblick in andere Teilbereiche der Phyik eignen und meist sehr gut besucht sind.
Im Großen und Ganzen war die Zeit in Berlin sehr interessant. Abgesehen von den Einblicken in die Arbeiten der fachfremden Kollegen, den mal mehr oder mal weniger fachlichen Diskussionen mit Physikern aus ganz Deutschland bzw. Europa und dem wirklich gut schmeckenden Berliner Pilsner war auch die Vorstellung unserer Forschungsergebnisse vor dem internationalen Fachpublikum durchweg erfolgreich.
In diesem Sinne
Bis zum nächsten Jahr in Regensburg!
P.S.: Für zwei von uns ging es im Anschluss direkt auf die Chemnitzer Linux Tage über die wir natürlich auch einen kleinen Beitrag schreiben werden.

Nun war es endlich soweit – die Verteidigung des SFB 920 am Dienstag und Mittwoch:
Nachdem die DFG Gutachter um 9:00 Uhr Platz genommen hatten begannen die Vorträge. Prof. Aneziris startete mit der Einleitung, darauf folgten die drei leitenden Doktoranden der jeweiligen Teilbereiche A, B und C jeweils mit 20 min Vortrag und 15 min Diskussion und zum Schluss resümierte wieder Prof. Aneziris. Nach einer kurzen Stärkungspause mit Häppchen und sonstigem Fingerfood startete die Postersession in der Alten Mensa. Gleichzeitig gab es jeweils ein zweites Team an den Versuchsständen und Laboren auf dem Campus. Wir selbst waren im Haus Metallkunde mit einem unserer engsten Partner aus der Thermodynamik vertreten.
Nach drei weiteren Stunden, in denen wir die Gutachter von unserer Forschung und den dabei entstandenen Ergebnissen überzeugen konnten, fand eine Klausur mit dem Rektorat und einigen anderen Verwaltungsmenschen vom Land statt. Dort wurde festgelegt, ob und wenn ja welche Teilprojekte „rausfliegen“.
Am Mittwoch morgen wurde das ganze mit einer weiteren Klausursitzung fortgesetzt, in der über die Noten (exzellent, sehr gut, gut) der verbliebenen Teilprojekte beraten wurde. Am Nachmittag wurde dann das Ergebnis verkündet: Alle Teilprojekte bleiben dabei, der SFB hat insgesamt ein sehr positives Feedback bekommen à la „habt ihr alle ganz toll gemacht“ – natürlich auf wissenschaftlichem Niveau ausgedrückt ;).
Nun folgt die nächste Runde, in der deutschlandweit alle SFBs mit ihren Gutachten dem Senat der DFG vorgestellt werden. Da nur begrenzt Mittel zur Verfügung stehen, werden zwangsläufig einige Großprojekte nicht in einer weiteren Förderungsperiode fortgesetzt werden. Wir werden gespannt auf die Verkündung der Ergebnisse im Mai warten, aber es schaut nicht allzu schlecht aus für Freiberg :).
Update 25.05.2015:
Der Senat der DFG hat jüngst entschieden, dass unser SFB um eine weitere Förderungsperiode verlängert wird! *cheer*