13. Mai 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

Einladung zum „Forum nachhaltige Wertschöpfung: Kreislaufwirtschaft und Logistik“

Die Transformation in Richtung einer effizienten Kreislaufwirtschaft ist eine Grundvoraussetzung zur Erreichung der gesetzten Nachhaltigkeitsziele und kann in Deutschland und Europa zu einem Innovations- und Wachstumsmotor werden.

Unter dem Motto „Gestaltung nachhaltiger industrieller Wertschöpfungsketten: Von der Kreislaufwirtschaft über erneuerbare Energien bis hin zu grüner Logistik“ organisiert das Freiberg Center for Circular Economy (FCCE) gemeinsam mit dem Innovation & Kreislaufwirtschaft Sachsen e.V. (IKS) das interdisziplinäre Fachkolloquium „Forum nachhaltige Wertschöpfung: Kreislaufwirtschaft und Logistik“. Die Veranstaltung findet am 8. Juni 2026 an der TU Bergakademie Freiberg (SPQ-1301, Krüger-Hörsaal, Schloßplatzquartier) statt.

Das Kolloquium beginnt um 9:00 Uhr mit der Begrüßung. Anschließend folgen Fachvorträge zu den verschiedenen Schwerpunkten des Kolloquiums sowie Zeit für Austausch und Vernetzung. Das Fachkolloquium wird überwiegend auf Deutsch durchgeführt; einige Beiträge werden auf Englisch präsentiert.

Im Mittelpunkt stehen technische Innovationen, wirtschaftliche Umsetzungsmöglichkeiten und politische Rahmenbedingungen für eine nachhaltige industrielle Transformation. Behandelt werden vier zentrale Themenfelder: Prozess- und Verfahrenstechnik für die Kreislaufwirtschaft, Modellierung und Analyse kreislaufwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten, grüne Logistik und Nachhaltigkeit im Transportsektor sowie Politik und Governance nachhaltiger Wertschöpfung.

Ziel der Veranstaltung ist neben dem fachlichen Austausch vor allem die Vernetzung von Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung in der Region. Damit bietet das Forum eine Plattform, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Kooperationen anzustoßen und konkrete Perspektiven für eine ressourceneffiziente und nachhaltige Wertschöpfung zu entwickeln.

Geleitet wird das Fachkolloquium von Prof. Dr. Karina Sopp, Prof. Dr. Gari Walkowitz, Prof. Dr. Simon Glöser-Chahoud sowie Erich Fritz, Vorstandsvorsitzender des Innovation & Kreislaufwirtschaft Sachsen e.V.

Das FCCE freut sich auf einen spannenden Austausch und zahlreiche Teilnehmende.

Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie hier: Link

07. Mai 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

Circularity Gap Report 2026: Die Welt verliert jährlich 25,4 Billionen Euro durch lineare Wirtschaft

Wie viel kostet uns die Wegwerfwirtschaft – in Euro und Cent? Dieser Frage geht der Circularity Gap Report 2026 nach, der im April 2026 von der gemeinnützigen Organisation Circle Economy in Zusammenarbeit mit Deloitte Netherlands veröffentlicht wurde. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Weltwirtschaft verliert jährlich schätzungsweise 25,4 Billionen Euro an vermeidbarem Wert – allein durch lineare, verschwenderische Wirtschaftspraktiken.

Was ist der „Value Gap“?

Bisherige Ausgaben des Circularity Gap Reports haben vor allem die sogenannte Kreislaufquote in den Blick genommen: den Anteil der Materialien, die tatsächlich recycelt oder wiederverwendet in den Wirtschaftskreislauf zurückfließen. Mit 6,9 % ist dieser Wert erschreckend niedrig – und er ist in den letzten Jahren sogar weiter gesunken, von 9,1 % im Jahr 2018.

Die Ausgabe 2026 ergänzt diese Perspektive um eine neue wirtschaftliche Kennzahl: den Value Gap. Dieser beschreibt die Summe aller vermeidbaren Wertverluste, die durch ineffiziente Materialnutzung, vorzeitigen Produktverschleiß und ungenutzte Ressourcen entstehen. Kurz gesagt: Für jeden dritten Euro wirtschaftlicher Leistung, den die Welt erbringt, geht gleichzeitig ein Euro durch Linearität und Verschwendung verloren.

Wo geht der Wert verloren?

Der Bericht identifiziert fünf zentrale Verlustpfade:

  • End-of-Life-Abfälle (10,0 Bio. Euro): Produkte – von Elektronik bis Textilien – die entsorgt statt wiederverwendet oder recycelt werden, machen den größten Anteil aus.
  • Energieverluste (8,7 Bio. Euro): Von der Rohstoffgewinnung bis zur Nutzung geht enormen Mengen an Energie verloren, etwa durch ineffiziente Prozesse oder schlechte Gebäudedämmung.
  • Kapitalverschleiß (5,2 Bio. Euro): Gebäude, Infrastruktur und Maschinen, die schneller verfallen als nötig – durch mangelnde Wartung, Überalterung oder Unternutzung.
  • Lebensmittelverschwendung (0,65 Bio. Euro): Essbare Nahrungsmittel, die den Verbraucher nie erreichen.
  • Prozessverluste in der Produktion (0,9 Bio. Euro): Materialschwund und Ausschuss bei der industriellen Fertigung.

Was bedeutet das für die Kreislaufwirtschaft?

Der Circularity Gap Report 2026 verschiebt die Debatte: Kreislaufwirtschaft ist nicht mehr nur ein ökologisches Gebot, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Wenn rund 31 % des globalen BIP jährlich durch lineare Praktiken verloren gehen, dann ist die Transformation hin zu einer zirkulären Wirtschaft eine der größten wirtschaftlichen Chancen unserer Zeit.

Die Autoren schlagen vor, Kreislaufstrategien in drei Richtungen zu stärken: durch das Recht auf Reparatur, durch den Übergang von Produktbesitz zu Nutzungsmodellen (Product-as-a-Service) sowie durch den Abbau von Subventionen für die Gewinnung von Primärrohstoffen. Gleichzeitig betonen sie, dass herkömmliche Wirtschaftskennzahlen wie das BIP strukturelle Wertverluste systematisch ausblenden – und fordern ergänzende Metriken, die Ressourceneffizienz sichtbar machen.

Einordnung

Für die Forschung und Lehre im Bereich Kreislaufwirtschaft – wie sie das Freiberg Center for Circular Economy (FCCE) betreibt – liefert der Bericht wichtige Impulse. Er zeigt, dass die Transformation zu einer kreislauforientierten Wirtschaft nicht nur technologische Innovationen erfordert, sondern auch neue wirtschaftliche Denkrahmen, veränderte Anreizsysteme und kohärente politische Rahmenbedingungen. Gerade auf EU-Ebene gewinnt dieses Thema aktuell an Dynamik: Mit dem geplanten Circular Economy Act, dessen Gesetzentwurf die EU-Kommission in der zweiten Hälfte 2026 vorlegen will, steht eine historisch bedeutsame Weichenstellung bevor.

 

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28. April 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

Dämmstoffe, Batterie-Recycling, Lieferrobotik und Zahndiagnostik: TUBAF Innovation Fonds fördert fünf neue Transferprojekte

Mit dem TUBAF Innovation Fonds unterstützt die TU Bergakademie Freiberg erneut anwendungsnahe Forschung mit klarer Transferperspektive. In der aktuellen Förderrunde wurden fünf Projekte ausgewählt, die Forschungsergebnisse gezielt weiterentwickeln und konkrete Schritte in Richtung wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Anwendung vorbereiten sollen. Die geförderten Teams erhalten für bis zu zwölf Monate jeweils maximal 90.000 Euro.

Die Auswahl der Projekte erfolgte am 16. April 2026 durch eine interdisziplinäre Expertenjury. Insgesamt hatten sich acht Teams aus unterschiedlichen Fachbereichen der TU Bergakademie Freiberg beworben. Bewertet wurden insbesondere der Innovationsgrad, die Umsetzbarkeit sowie die wirtschaftliche Verwertungsperspektive der Vorhaben.

Die geförderten Projekte zeigen die thematische Breite der Freiberger Forschung: Sie reichen von nachhaltigen Dämmstoffen über Batterie-Recycling und Robotik bis hin zu innovativen Verfahren in der medizinischen Diagnostik. Damit verdeutlichen sie zugleich, wie stark Forschung an der TUBAF auf Zukunftsthemen wie Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Technologietransfer ausgerichtet ist.

Ein besonderer Bezug zur Circular Economy zeigt sich insbesondere in den Projekten zu nachhaltigen Dämmstoffen und zum Batterie-Recycling. Im Projekt ProWoll wird speziell beschichtete Schafwolle als nachhaltiger Dämmstoff weiterentwickelt. Ziel ist ein dauerhafter Mottenschutz, der den praktischen Einsatz des Naturmaterials erleichtern soll. Auch das Projekt HanfPro verfolgt einen ressourcenorientierten Ansatz: Hier wird ein vollständig biobasierter Dämmstoff aus Hanf entwickelt, der ökologische und wirtschaftliche Anforderungen verbinden soll.

Das Projekt ILOnA adressiert ein zentrales Thema der Kreislaufwirtschaft: das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien. Entwickelt wird eine spektroskopische Messtechnik zur Analyse von Elektrolytlösemitteln. Dadurch soll deren Rückgewinnung künftig wirtschaftlich ermöglicht werden. Gerade vor dem Hintergrund wachsender Batteriemärkte und steigender Anforderungen an Rohstoffkreisläufe ist dies ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung effizienter Recyclingprozesse.

Neben diesen material- und ressourcenbezogenen Projekten werden auch technologische und medizinische Innovationen gefördert. FlexBot entwickelt ein kontextsensitives Kartenkonzept für autonome Lieferroboter. Dadurch soll die Navigation in komplexen Umgebungen verbessert werden. Das Projekt SONOVITA arbeitet an einem objektiven Verfahren zur Zahnvitalitätsdiagnostik, das bisherige Sensibilitätsprüfungen perspektivisch zuverlässiger ersetzen könnte.

Der TUBAF Innovation Fonds ist am Prorektorat für Forschung und Transfer angesiedelt. Mit ihm stärkt die Universität gezielt den Transfer von Forschungsergebnissen in Wirtschaft und Gesellschaft. Forschende erhalten dadurch die Möglichkeit, vielversprechende Ideen über die Grundlagenforschung hinaus weiterzuentwickeln und tragfähige Anschlussoptionen vorzubereiten, etwa durch Unternehmenskooperationen, Lizenzmodelle oder Ausgründungen.

Die fünf ausgewählten Projekte machen deutlich, wie vielfältig Innovations- und Transferpotenziale an der TU Bergakademie Freiberg sind. Sie verbinden wissenschaftliche Expertise mit konkreten Anwendungsperspektiven und leisten damit einen Beitrag zur nachhaltigen und technologischen Transformation.

Quelle: Dieser Beitrag basiert auf einer Meldung aus den News der TU Bergakademie Freiberg zum TUBAF Innovation Fonds.

16. April 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

Ab Mai 2026: Neue EU-Regeln für die Verbringung von Abfällen treten in Kraft

Die grenzüberschreitende Verbringung von Abfällen ist ein zentraler Baustein europäischer Umwelt- und Kreislaufwirtschaftspolitik. Gleichzeitig ist sie mit Risiken verbunden, etwa durch mangelnde Transparenz, ineffiziente Verfahren oder illegale Exporte. Genau hier setzt die neue EU-Abfallverbringungsverordnung an. Zwar ist die Verordnung (EU) 2024/1157 bereits seit Mai 2024 in Kraft, wesentliche Teile gelten jedoch erst ab dem 21. Mai 2026.

Ziel der neuen Regeln ist es, Abfallverbringungen innerhalb der EU besser zu überwachen, Verfahren zu modernisieren und den Umwelt- und Gesundheitsschutz zu stärken. Ein zentraler Bestandteil ist dabei die Digitalisierung: Künftig sollen Informationen und Dokumente über ein einheitliches elektronisches System übermittelt werden. Dadurch sollen Abfallströme besser nachvollziehbar und Verwaltungsverfahren effizienter werden.

Zugleich will die EU entschiedener gegen illegale Abfallverbringungen vorgehen. Die neue Verordnung stärkt deshalb Kontrolle, Durchsetzung und Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden. Das ist auch für die Kreislaufwirtschaft relevant: Wertstoffe sollen sicherer, transparenter und gezielter zu den jeweils geeigneten Verwertungs- und Recyclinganlagen gelangen.

Darüber hinaus werden auch die Regeln für Abfallexporte in Drittstaaten verschärft. Gerade bei Kunststoffabfällen gelten ab Mai 2026 strengere Anforderungen; weitere Beschränkungen folgen in den kommenden Monaten und Jahren. Damit will die EU sicherstellen, dass problematische Abfallströme nicht einfach in Länder mit niedrigeren Umweltstandards verlagert werden.

Insgesamt markiert der Mai 2026 einen wichtigen Schritt für eine stärker kontrollierte und zukunftsfähige europäische Abfallpolitik. Die neuen Vorgaben zeigen, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur technologische Innovationen braucht, sondern auch klare und wirksame Regeln für den Umgang mit Abfallströmen.

Mehr Infos finden Sie hier: Link