28. April 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

Dämmstoffe, Batterie-Recycling, Lieferrobotik und Zahndiagnostik: TUBAF Innovation Fonds fördert fünf neue Transferprojekte

Mit dem TUBAF Innovation Fonds unterstützt die TU Bergakademie Freiberg erneut anwendungsnahe Forschung mit klarer Transferperspektive. In der aktuellen Förderrunde wurden fünf Projekte ausgewählt, die Forschungsergebnisse gezielt weiterentwickeln und konkrete Schritte in Richtung wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Anwendung vorbereiten sollen. Die geförderten Teams erhalten für bis zu zwölf Monate jeweils maximal 90.000 Euro.

Die Auswahl der Projekte erfolgte am 16. April 2026 durch eine interdisziplinäre Expertenjury. Insgesamt hatten sich acht Teams aus unterschiedlichen Fachbereichen der TU Bergakademie Freiberg beworben. Bewertet wurden insbesondere der Innovationsgrad, die Umsetzbarkeit sowie die wirtschaftliche Verwertungsperspektive der Vorhaben.

Die geförderten Projekte zeigen die thematische Breite der Freiberger Forschung: Sie reichen von nachhaltigen Dämmstoffen über Batterie-Recycling und Robotik bis hin zu innovativen Verfahren in der medizinischen Diagnostik. Damit verdeutlichen sie zugleich, wie stark Forschung an der TUBAF auf Zukunftsthemen wie Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Technologietransfer ausgerichtet ist.

Ein besonderer Bezug zur Circular Economy zeigt sich insbesondere in den Projekten zu nachhaltigen Dämmstoffen und zum Batterie-Recycling. Im Projekt ProWoll wird speziell beschichtete Schafwolle als nachhaltiger Dämmstoff weiterentwickelt. Ziel ist ein dauerhafter Mottenschutz, der den praktischen Einsatz des Naturmaterials erleichtern soll. Auch das Projekt HanfPro verfolgt einen ressourcenorientierten Ansatz: Hier wird ein vollständig biobasierter Dämmstoff aus Hanf entwickelt, der ökologische und wirtschaftliche Anforderungen verbinden soll.

Das Projekt ILOnA adressiert ein zentrales Thema der Kreislaufwirtschaft: das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien. Entwickelt wird eine spektroskopische Messtechnik zur Analyse von Elektrolytlösemitteln. Dadurch soll deren Rückgewinnung künftig wirtschaftlich ermöglicht werden. Gerade vor dem Hintergrund wachsender Batteriemärkte und steigender Anforderungen an Rohstoffkreisläufe ist dies ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung effizienter Recyclingprozesse.

Neben diesen material- und ressourcenbezogenen Projekten werden auch technologische und medizinische Innovationen gefördert. FlexBot entwickelt ein kontextsensitives Kartenkonzept für autonome Lieferroboter. Dadurch soll die Navigation in komplexen Umgebungen verbessert werden. Das Projekt SONOVITA arbeitet an einem objektiven Verfahren zur Zahnvitalitätsdiagnostik, das bisherige Sensibilitätsprüfungen perspektivisch zuverlässiger ersetzen könnte.

Der TUBAF Innovation Fonds ist am Prorektorat für Forschung und Transfer angesiedelt. Mit ihm stärkt die Universität gezielt den Transfer von Forschungsergebnissen in Wirtschaft und Gesellschaft. Forschende erhalten dadurch die Möglichkeit, vielversprechende Ideen über die Grundlagenforschung hinaus weiterzuentwickeln und tragfähige Anschlussoptionen vorzubereiten, etwa durch Unternehmenskooperationen, Lizenzmodelle oder Ausgründungen.

Die fünf ausgewählten Projekte machen deutlich, wie vielfältig Innovations- und Transferpotenziale an der TU Bergakademie Freiberg sind. Sie verbinden wissenschaftliche Expertise mit konkreten Anwendungsperspektiven und leisten damit einen Beitrag zur nachhaltigen und technologischen Transformation.

Quelle: Dieser Beitrag basiert auf einer Meldung aus den News der TU Bergakademie Freiberg zum TUBAF Innovation Fonds.

16. April 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

Ab Mai 2026: Neue EU-Regeln für die Verbringung von Abfällen treten in Kraft

Die grenzüberschreitende Verbringung von Abfällen ist ein zentraler Baustein europäischer Umwelt- und Kreislaufwirtschaftspolitik. Gleichzeitig ist sie mit Risiken verbunden, etwa durch mangelnde Transparenz, ineffiziente Verfahren oder illegale Exporte. Genau hier setzt die neue EU-Abfallverbringungsverordnung an. Zwar ist die Verordnung (EU) 2024/1157 bereits seit Mai 2024 in Kraft, wesentliche Teile gelten jedoch erst ab dem 21. Mai 2026.

Ziel der neuen Regeln ist es, Abfallverbringungen innerhalb der EU besser zu überwachen, Verfahren zu modernisieren und den Umwelt- und Gesundheitsschutz zu stärken. Ein zentraler Bestandteil ist dabei die Digitalisierung: Künftig sollen Informationen und Dokumente über ein einheitliches elektronisches System übermittelt werden. Dadurch sollen Abfallströme besser nachvollziehbar und Verwaltungsverfahren effizienter werden.

Zugleich will die EU entschiedener gegen illegale Abfallverbringungen vorgehen. Die neue Verordnung stärkt deshalb Kontrolle, Durchsetzung und Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden. Das ist auch für die Kreislaufwirtschaft relevant: Wertstoffe sollen sicherer, transparenter und gezielter zu den jeweils geeigneten Verwertungs- und Recyclinganlagen gelangen.

Darüber hinaus werden auch die Regeln für Abfallexporte in Drittstaaten verschärft. Gerade bei Kunststoffabfällen gelten ab Mai 2026 strengere Anforderungen; weitere Beschränkungen folgen in den kommenden Monaten und Jahren. Damit will die EU sicherstellen, dass problematische Abfallströme nicht einfach in Länder mit niedrigeren Umweltstandards verlagert werden.

Insgesamt markiert der Mai 2026 einen wichtigen Schritt für eine stärker kontrollierte und zukunftsfähige europäische Abfallpolitik. Die neuen Vorgaben zeigen, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur technologische Innovationen braucht, sondern auch klare und wirksame Regeln für den Umgang mit Abfallströmen.

Mehr Infos finden Sie hier: Link

26. März 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

Umweltpolitik im Spannungsfeld von Energiewende und Schattenwirtschaft: Rückblick auf das 11. Forschungsseminar

Am Donnerstag, den 26. März 2026, fand von 13 bis 14 Uhr die 11. Veranstaltung des „Übergreifenden Forschungsseminars Kreislaufwirtschaft“ des Freiberg Center for Circular Economy (FCCE) statt. Die Veranstaltung wurde im Seminarraum EG.133 des Zentrums für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung (ZeHS) in Freiberg ausgerichtet und brachte zahlreiche Interessierte von der TUBAF zusammen. Auch online zugeschaltete Teilnehmende nahmen an der Veranstaltung teil.

Den Vortrag mit dem Titel „Environmental Policy Stringency, Renewable Electricity Transition and the Shadow Economy“ hielten Prof. Dr. Aleksandra Kuzior (Silesian University of Technology, Gliwice) und Prof. Dr. Serhiy Lyeonov (Silesian University of Technology sowie Sumy State University, Ukraine).

Im Zentrum stand die Frage, wie die Stringenz umweltpolitischer Maßnahmen die Transformation hin zu erneuerbaren Energien sowie die Entwicklung informeller Wirtschaftsstrukturen beeinflusst. Obwohl das Thema nicht unmittelbar der klassischen Kreislaufwirtschaft zuzuordnen ist, wurde seine hohe Relevanz für nachhaltige Transformationsprozesse deutlich. Die Studie basiert auf Paneldaten für bis zu 31 europäische Länder im Zeitraum von 2000 bis 2023 und analysiert unterschiedliche umweltpolitische Instrumente sowie deren zeitverzögerte Effekte.

Die Ergebnisse zeigen, dass Umweltpolitik differenzierte und teils nichtlineare Wirkungen entfaltet: Während bestimmte Maßnahmen den Ausbau erneuerbarer Energien fördern und zugleich die Schattenwirtschaft reduzieren können, weisen andere Instrumente auf Effizienzprobleme oder unerwünschte Nebenwirkungen hin. Insgesamt verdeutlichen die Befunde die Bedeutung einer gezielten und differenzierten Ausgestaltung umweltpolitischer Instrumente.

In der anschließenden Diskussion wurden insbesondere Zielkonflikte zwischen ökologischer Transformation und institutionellen Effekten sowie die konkrete Ausgestaltung politischer Instrumente thematisiert. Die Veranstaltung unterstrich erneut die Relevanz interdisziplinärer Forschung für die Gestaltung nachhaltiger Transformationsprozesse.

19. März 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

Innovativer Brennofen für umweltfreundlicheren Beton

Die Herstellung von Beton gehört zu den größten CO₂-Verursachern weltweit, insbesondere wegen der energieintensiven Zementproduktion. Genau an diesem Punkt setzt ein aktuelles Forschungsprojekt der TU Bergakademie Freiberg an. Ein neu entwickelter Brennofen soll dazu beitragen, Beton deutlich umweltfreundlicher herzustellen.

Im Fokus steht ein innovativer Drehrohrofen, der neue Wege in der Energieversorgung beschreitet. Statt fossiler Brennstoffe wie Erdgas setzen die Forschenden auf elektrisch betriebene Technologien. Dabei kommen unter anderem moderne Hochtemperaturverfahren wie Induktions-oder Plasmatechnologien zum Einsatz, die es ermöglichen, die notwendigen Temperaturen für die Herstellung von Zementklinker klimafreundlicher zu erzeugen. Dieser Schritt ist besonders relevant, weil bei der Klinkerproduktion enorme Mengen an CO₂ entstehen, sowohl durch den Energieeinsatz als auch durch chemische Prozesse im Material selbst. Durch die Umstellung auf elektrische Energie, idealerweise aus erneuerbaren Quellen, kann zumindest ein großer Teil dieser Emission reduziert werden.

Das Projekt zeigt, wie sich klassische Industrieprozesse durch technologische Innovation neu denken lassen. Gerade in der Baustoffindustrie, die bislang stark von fossilen Energieträgern abhängig ist, könnten solche Entwicklungen eine wichtige Rolle spielen.

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