Freiberg Center for Circular Economy

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19. Februar 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

Kreislaufwirtschaft im Textilsektor: EU setzt klares Zeichen gegen Vernichtung

Die Europäische Union hat im Februar 2026 einen bedeutenden Schritt in Richtung einer nachhaltigeren und kreislauforientierten Textilwirtschaft unternommen, indem sie neue Regeln verabschiedet hat, die die Vernichtung unverkaufter Kleidung, Accessoires und Schuhe verbieten sollen. Jedes Jahr werden in Europa große Mengen unverkaufter Textilien zerstört, obwohl sie nie getragen wurden, was zu erheblichen Klima- und Ressourcenfolgen führt. Vor diesem Hintergrund hat die EU-Kommission am 9. Februar neue verbindliche Regeln im Rahmen der Ecodesign-Verordnung verabschiedet, die sicherstellen sollen, dass Unternehmen die Vernichtung unverkaufter Kleidung beenden und stattdessen auf effizientere Bestandssteuerung, Wiederverkauf, Spenden oder Wiederverwendung setzen.

Kern der neuen Vorgaben ist ein grundsätzliches Verbot der Vernichtung unverkaufter Kleidung und Schuhe, das für große Unternehmen bereits ab dem 19. Juli 2026 gilt, mittlere Unternehmen sollen ab 2030 folgen. Ergänzend werden Unternehmen verpflichtet, die Mengen entsorgter unverkaufter Produkte künftig transparent offenzulegen, um Vergleichbarkeit und Kontrolle zu ermöglichen. Nationale Behörden überwachen die Einhaltung der Vorschriften, wobei nur in klar definierten Ausnahmefällen eine Entsorgung zulässig bleibt.

Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen EU-Strategie zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft. Durch mehr Transparenz und klare Verbote setzt die EU ein starkes Signal an die Modebranche: Ressourcen sollen länger im Kreislauf gehalten, Überproduktion reduziert und nachhaltige Geschäftsmodelle gefördert werden.

13. Februar 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

TU Freiberg ebnet den Weg zur industriellen E-Fuel-Produktion

Die TU Bergakademie Freiberg hat einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur industriellen Produktion strombasierter Kraftstoffe erreicht. In ihrer E-Fuels-Pilotanlage wurde erstmals synthetisches Benzin auf Basis von industriell hergestelltem E-Methanol produziert. Damit gelingt der Brückenschlag zwischen Forschung und industrieller Anwendung – ein entscheidender Schritt hin zu einer künftigen E-Fuels-Industrieanlage in Deutschland.

Das eingesetzte E-Methanol stammt aus der großtechnischen Anlage im dänischen Kassø, in der es mithilfe erneuerbarer Energien hergestellt wird. In Freiberg wird dieses grüne Zwischenprodukt weiterverarbeitet und in mehreren Prozessschritten zu synthetischem Ottokraftstoff umgewandelt. Die gesamte Prozesskette basiert auf erneuerbarem Strom, Wasserstoff und geeigneten CO₂-Quellen und zeigt, dass eine vollständig strombasierte Kraftstoffproduktion technisch realisierbar ist.

Mit diesem Erfolg unterstreicht die TU Freiberg ihre Rolle als Innovationsmotor im Bereich Power-to-Liquid-Technologien. Die Forschung leistet einen konkreten Beitrag zur Defossilierung des Verkehrssektors. Der aktuelle Fortschritt zeigt: Strombasierte E-Fuels sind nicht mehr nur Zukunftsvision, sondern werden Schritt für Schritt zur industriellen Realität.

Weitere Informationen finden Sie hier: Link

09. Februar 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

10. Veranstaltung „Übergreifendes Forschungsseminar Kreislaufwirtschaft“ des Freiberg Center for Circular Economy

Das Freiberg Center for Circular Economy (FCCE) lädt ein:

Am 2. März von 13 bis 14 Uhr lädt das Freiberg Center for Circular Economy (FCCE) zum nächsten Forschungsseminar in den Seminarraum EG.133 des Zentrums für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung (ZeHS), Winklerstraße 5, 09599 Freiberg, ein.

Der Vortrag „Zur Wirksamkeit von Ökomodulationen: Experimentelle Evidenz von Branchenexperten zur Erweiterten Herstellerverantwortung“ wird von Maximilian Erdmann, M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Verhaltens- und Wirtschaftsethik der TU Bergakademie Freiberg, gehalten.

Im Mittelpunkt steht die Erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) als umweltpolitisches Instrument zur Förderung nachhaltiger Produktkreisläufe. Die zugrundeliegende Forschung untersucht, inwieweit Ökomodulationen als alternative Anreizmechanismen zur bestehenden Gebührenstruktur geeignet sind, ein nachhaltigeres Ökodesign von Produkten und Verpackungen zu fördern.

Die zugrundeliegende Forschung basiert auf einem verhaltensökonomischen Experiment mit 377 Branchenexperten, in dem verschiedene Anreizstrategien sowie deren Auswirkungen auf Ökodesign, ökologische Effekte und die Effizienz von EPR-Systemen untersucht werden.

Promovierende, Postdocs, Forschende, Habilitierende und Lehrende mit einem thematischen Bezug zur Kreislaufwirtschaft sowie interessierte Studierende aller Fakultäten und Praktikerinnen und Praktiker sind herzlich eingeladen. Das FCCE freut sich auf einen spannenden Austausch und eine lebhafte Diskussion im Kontext der Kreislaufwirtschaft.