Freiberg Center for Circular Economy

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26. Januar 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

EU-Winterpaket und Maßnahmenpaket: Aktuelle Entwicklungen der europäischen Kreislaufwirtschaftspolitik

Die Europäische Kommission hat am 23. Dezember 2025 ein sogenanntes Circular Economy Winter Package vorgestellt. Ziel dieses Pakets ist es, bestehende Regelungen der europäischen Kreislaufwirtschaft weiterzuentwickeln und insbesondere den Binnenmarkt für sekundäre Rohstoffe zu stärken. Der Schwerpunkt liegt auf der Harmonisierung regulatorischer Rahmenbedingungen in den Bereichen Abfall, Recycling und Rohstoffnutzung sowie auf der Vorbereitung weitergehender legislativer Schritte im Jahr 2026.

Am 7. Januar 2026 folgte ein daran anschließendes Maßnahmenpaket mit einem klaren Fokus auf den Kunststoffsektor. Dieses Paket enthält kurzfristig umsetzbare Instrumente zur Förderung einer stärker kreislauforientierten Nutzung von Kunststoffen und ist als erster operativer Umsetzungsschritt im Anschluss an das Winterpaket zu verstehen.

Zu den zentralen Elementen dieses Maßnahmenpakets zählen die Ankündigung EU-weiter End-of-Waste-Kriterien für Kunststoffe, ein Durchführungsrechtsakt zur Festlegung von Mindestanteilen recycelter Materialien in PET-Einwegflaschen, die Einführung getrennter Zollcodes für neue und recycelte Kunststoffe sowie eine verstärkte Marktbeobachtung für Primär- und Sekundärkunststoffe. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Markttransparenz zu erhöhen, regulatorische Unsicherheiten zu reduzieren und Investitionen in das Kunststoffrecycling zu erleichtern.

Der zeitliche Abstand zwischen Winterpaket und Maßnahmenpaket verdeutlicht die gestufte Vorgehensweise der Europäischen Union bei der Weiterentwicklung ihrer Kreislaufwirtschaftspolitik. Beide Initiativen stehen zugleich im Zusammenhang mit der Ankündigung eines umfassenderen Circular Economy Act, den die Kommission im weiteren Verlauf des Jahres 2026 vorlegen will. Dieser soll zusätzliche horizontale Maßnahmen enthalten, um den europäischen Binnenmarkt für sekundäre Rohstoffe strukturell zu stärken und die Kreislaufwirtschaft auf eine breitere regulatorische Grundlage zu stellen.

23. Januar 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

Neue Großgerätedatenbank der TU Bergakademie Freiberg: Forschungsinfrastruktur sichtbar machen und vernetzen

Die Zentrale Transferstelle der TU Bergakademie Freiberg hat eine zentrale Großgerätedatenbank aufgebaut, die einen umfassenden Überblick über die Forschungsinfrastruktur der Universität bietet. In der Datenbank sind derzeit über 800 Großgeräte mit einem Anschaffungspreis von jeweils mehr als 30.000 Euro erfasst.

Ziel der Datenbank ist es, die vorhandene Forschungsinfrastruktur universitätsweit besser zu vernetzen – insbesondere im Sinne einer erleichterten Nutzung durch Promovierende und interdisziplinäre Forschungsprojekte – und zugleich die Sichtbarkeit der vorhandenen Geräte und wissenschaftlichen Expertisen gegenüber externen Partnern aus Industrie und Praxis zu erhöhen.

Zu jedem Gerät sind strukturierte Informationen hinterlegt, darunter:

  • Hersteller und Gerätebezeichnung

  • Leistungsart sowie zentrale technische Daten

  • Kurzbeschreibung und mögliche Versuchs- bzw. Anwendungsabläufe

  • Zuordnung zur jeweiligen Professur bzw. Fakultät

  • Expertenkontakte für Angehörige der TU Bergakademie Freiberg

  • Ansprechpartner der Zentralen Transferstelle für externe Anfragen

Der Zugang zur Datenbank sowie die Such- und Filterfunktionen wurden mit Unterstützung der Universitätsbibliothek auf Basis der Mediathek der TU Bergakademie Freiberg realisiert. Die Datenbank ist aktuell frei zugänglich und kann eingesehen werden unter: Link

Alle Professuren und beteiligten Expertinnen und Experten sind eingeladen, die für sie hinterlegten Geräteinformationen zu überprüfen. Sollten Beschreibungen unvollständig oder fehlerhaft sein, können Korrekturen unkompliziert angestoßen werden: Benötigt werden lediglich die in der Datenbank angegebene Mediennummer sowie die Inventarnummer des jeweiligen Geräts, auf deren Basis eine Vorlage zur Aktualisierung bereitgestellt wird.

Für das Freiberg Center for Circular Economy ist die Großgerätedatenbank ein wichtiger Baustein, um vorhandene technische Kapazitäten transparenter zu machen, Kooperationspotenziale sichtbar werden zu lassen und den Wissens- und Technologietransfer zu stärken. Die Zusammenstellung der Datenbank erfolgte durch die Zentrale Transferstelle im Rahmen des Projekts 4transfer.

Die neue Datenbank bietet damit eine zentrale Schnittstelle zwischen Forschung, Nachwuchsförderung und Transfer – und leistet einen konkreten Beitrag zur besseren Nutzung und Außenwirkung der Forschungsinfrastruktur der TU Bergakademie Freiberg.

16. Januar 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

Jetzt anmelden: 3. Sächsische Rohstoffkonferenz

Am 22. Januar 2026 findet von 9 bis 16 Uhr in der Alten Mensa der TU Bergakademie Freiberg die 3. Sächsische Rohstoffkonferenz statt. Veranstaltet wird sie gemeinsam vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz und der TU Bergakademie Freiberg. Ziel der Konferenz ist es, den Dialog zwischen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu stärken und aktuelle Fragen der Rohstoffversorgung aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.

Ein zentrales Merkmal der Veranstaltung ist der ganzheitliche Ansatz: Primärrohstoffe, Sekundärrohstoffe und nachwachsende Rohstoffe werden gemeinsam betrachtet. Damit greift die Konferenz den wachsenden Bedarf an integrierten Rohstoffstrategien auf, die sowohl Versorgungssicherheit als auch Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in den Blick nehmen.

Das Programm spannt einen breiten thematischen Bogen. Neben Beiträgen zur Rohstoffpolitik und zur Rolle des Bergbaus in Sachsen stehen unter anderem Altbergbau und neue Erzbergwerke, Weißer Wasserstoff, nachwachsende Rohstoffe, Phosphatrückgewinnung sowie Glasrecycling im Fokus. Die Vorträge zeigen, wie technologische Innovationen, regulatorische Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Anforderungen zusammenwirken.

Die Konferenz richtet sich an Fachleute aus Industrie, Forschung, Verwaltung und Politik sowie an alle, die sich mit der Zukunft der Rohstoffwirtschaft beschäftigen. Studierende der TU Bergakademie Freiberg können kostenfrei teilnehmen, für alle anderen beträgt die Teilnahmegebühr 75 Euro. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.

Weitere Informationen zu dem Thema und zur Anmeldung können Sie hier nachlesen: Link

 

12. Dezember 2025 – Maximilian Vincent Erdmann

Jetzt bewerben: PRO-SLO PhD School 2026 zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Rohstoffprojekten

In 2026 findet die von EIT Raw Materials geförderte PRO-SLO PhD School statt. Im Mittelpunkt steht die Social Licence to Operate (SLO) und damit die gesellschaftliche Akzeptanz von Rohstoffprojekten. Neben technischer und ökonomischer Machbarkeit ist die Akzeptanz durch lokale Gemeinschaften und relevante Stakeholder ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Bergbau- und Rohstoffvorhaben.

Die PhD School vermittelt ein fundiertes Verständnis der Konzepte und Prinzipien einer Social Licence to Operate sowie ihres wirtschaftlichen Nutzens für die Rohstoffindustrie. Teilnehmende lernen, welche Risiken entstehen, wenn soziale Akzeptanz vernachlässigt wird, wie Stakeholder-Dynamiken funktionieren und welche Rolle soziales Kapital spielt. Zudem werden Strategien vermittelt, um konstruktiv mit lokalen Gemeinschaften zu interagieren und eine SLO aufzubauen und langfristig zu sichern.

Das Programm richtet sich an Promovierende aus den Bereichen Rohstoffe, Ingenieur-, Sozial-, Wirtschafts-, Umwelt- und verwandten Wissenschaften. Es umfasst eine Online-Lehrphase vom 9. bis 13. Februar 2026, eine anschließende Selbststudienphase sowie einen Präsenzteil in Griechenland vom 19. bis 24. April 2026. Sämtliche Kosten werden durch EIT Raw Materials vollständig übernommen.

Weitere Informationen zu Programm, Anmeldung und Unterkunft finden sich unter
https://www.proslo.eu/for-students

Die Anmeldung ist bis zum 19. Dezember 2025 möglich.

Bei Rückfragen steht Dr. Theresa Wand () gerne zur Verfügung.

10. Dezember 2025 – Maximilian Vincent Erdmann

Die Rolle der Deponie im Fokus: Rückblick auf das 9. Forschungsseminar der Kreislaufwirtschaft

Am Montag, den 8. Dezember 2025, fand von 13 bis 14 Uhr das 9. Forschungsseminar der Kreislaufwirtschaft des Freiberg Center for Circular Economy statt. Rund 20 Interessierte kamen im Seminarraum der Universitätsbibliothek zusammen und diskutierten im Anschluss angeregt über die Inhalte des Vortrags von Christian Rasquin (Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Deutsche Deponiebetreiber) , der unter dem Titel „Die Rolle der Deponie in der Kreislaufwirtschaft“ einen vielschichtigen Einblick in ein oft unterschätztes Thema bot.


Rasquin erläuterte, wie sich die Deponielandschaft in Deutschland verändert hat und dass seit dem 1. Juni 2005 keine unbehandelten Siedlungsabfälle mehr deponiert werden dürfen. Heute ist die Ablagerung ausschließlich auf inertes Material begrenzt und stellt das letzte Glied der Abfallhierarchie dar.

In Deutschland existieren fünf Deponieklassen, deren Anforderungen mit dem Gefährdungspotenzial steigen. Am häufigsten kommt die Deponieklasse 0 für gering belastete mineralische Abfälle vor. Trotz aller Fortschritte im Recycling bleibt jedoch klar, dass Deponien weiterhin benötigt werden – bedingt durch Konsumverhalten, Lebensstandard und unvermeidbare Reststoffe. Deutschland verfügt hierbei über einige der sichersten Deponien weltweit, insbesondere dank des Multibarrierensystems.

Gleichzeitig machte der Vortrag deutlich, dass Herausforderungen wie Methanbildung und Sickerwasser nach wie vor bestehen und eine sorgfältige technische sowie langfristige Überwachung notwendig bleibt. Rasquin ordnete das Thema auch europäisch ein: Vielerorts bestehe noch Nachholbedarf, weil lediglich neun Mitgliedsstaaten in einem nennenswerten Umfang deponieren.

Das Seminar verdeutlichte insgesamt, dass Deponien zwar nur eine begrenzte Rolle in der Kreislaufwirtschaft einnehmen, aber als unverzichtbare Schadstoffsenke weiterhin gebraucht werden. Die engagierte Diskussion im Anschluss zeigte, wie präsent und wichtig dieses Thema bleibt.

20. November 2025 – Maximilian Vincent Erdmann

9. Veranstaltung „Übergreifendes Forschungsseminar Kreislaufwirtschaft“ des Freiberg Center for Circular Economy

Das Freiberg Center for Circular Economy (FCCE) lädt herzlich zum nächsten Termin des übergreifenden Forschungsseminars ein.

Am Montag, den 8. Dezember 2025, stellt Christian Rasquin, der an der TUBAF im Bereich der Kreislaufwirtschaft geforscht hat und seit August 2024 Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Deutsche Deponiebetreiber (InwesD) ist, sein Forschungsprojekt vor:

„Die Deponie als letztes Glied der Kreislaufhierarchie: ein unverzichtbarer Ort als Schadstoffsenke“

Die Veranstaltung findet von 13:00 bis 14:00 Uhr im Seminarraum UBH-0209 der Universitätsbibliothek (Winklerstraße 3, 09599 Freiberg) statt.

Eingeladen sind Promovierende, Postdocs, Forschende, Habilitierende, Lehrende sowie interessierte Studierende aller Fakultäten und Praktiker, die sich mit Themen der Kreislaufwirtschaft beschäftigen oder dafür interessieren.

Das FCCE freut sich auf einen spannenden Austausch und eine lebhafte Diskussion über die Rolle der Deponie im Kontext einer ganzheitlichen Kreislaufwirtschaft.

06. November 2025 – Maximilian Vincent Erdmann

Wie Gärreste zu grünem Methanol werden sollen

Aus den News der TUBAF:

Im Rahmen des Innovationsbündnisses biogeniV ist an der TU Bergakademie Freiberg gemeinsam mit mehreren Partnern ein neues Forschungsprojekt gestartet. Ziel ist es, Gärreste aus Biogasanlagen nicht länger als Abfallprodukt, sondern als wertvollen Rohstoff für die Herstellung grüner Chemikalien – insbesondere grünen Methanols – zu nutzen.

Gärreste bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und enthalten organische Kohlenstoffverbindungen. Bisher werden sie meist als Dünger auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht, was jedoch mit hohem Transportaufwand, Kosten und CO₂-Emissionen verbunden ist.

Hier setzt der Ansatz des Projekts an: Die Gärreste sollen zunächst energieeffizient getrocknet und verdichtet werden. Aus dem so aufbereiteten Material lässt sich anschließend Synthesegas erzeugen, das als Ausgangsstoff für die Methanolproduktion dient. Durch den Einsatz von grünem Wasserstoff wird der Prozess zusätzlich klimafreundlich gestaltet.

Das Projekt läuft über drei Jahre und wird staatlich gefördert. Die Forschenden möchten damit einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten und aus einem bislang schwer nutzbaren Reststoff einen wertvollen Baustein für eine nachhaltige Industrie entwickeln.

Weitere Informationen finden Sie hier: Link

27. Oktober 2025 – Maximilian Vincent Erdmann

Aktionsprogramm Kreislaufwirtschaft: Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie gestartet

Das Aktionsprogramm Kreislaufwirtschaft wurde am 14. Oktober 2025 vom Bundesumweltministerium vorgestellt. Es dient der Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie und verfolgt das Ziel, geschlossene Stoffkreisläufe in Deutschland zu fördern und die Ressourceneffizienz zu erhöhen. Das Programm fasst eine Reihe von Maßnahmen zusammen, die bis Ende 2027 umgesetzt werden sollen. Dazu gehören unter anderem die Förderung des Einsatzes von Sekundärrohstoffen, die Weiterentwicklung der öffentlichen Beschaffung nach ökologischen und zirkulären Kriterien sowie die Einführung digitaler Systeme zur besseren Nachverfolgbarkeit von Materialien.

Ein weiterer Bestandteil des Programms ist der Aufbau eines digitalen Informationssystems, das Circular Economy Information System (CEIS), das Transparenz über Stoffströme schaffen und den Austausch von Daten entlang der Wertschöpfungskette erleichtern soll. Außerdem sieht das Programm rechtliche Anpassungen vor, wie im Kreislaufwirtschaftsgesetz und in der Abfallverzeichnisverordnung, um Kreislaufprinzipien stärker in bestehende Regelwerke zu integrieren. Auch Maßnahmen zur Verbesserung der Sammlung und Entsorgung von Batterien und zur Verringerung von Brandrisiken werden berücksichtigt. Zudem sollen Genehmigungsprozesse für Recyclinganlagen überprüft und vereinfacht werden, um neue Investitionen in die Kreislaufinfrastruktur zu erleichtern.

Das Aktionsprogramm ist Teil eines übergeordneten politischen Prozesses, in dem die Bundesregierung die Transformation zu einer ressourcenschonenden Wirtschaft unterstützen will. Durch die Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen soll die Kreislaufwirtschaft als fester Bestandteil wirtschaftlicher Wertschöpfungsketten etabliert und die Abhängigkeit von Primärrohstoffen reduziert werden.

17. Oktober 2025 – Maximilian Vincent Erdmann

Rund gemacht! – Schlaglichter auf Kreislaufwirtschaft in Muldenhütten

Wie lässt sich metallurgische Kreislaufwirtschaft konkret gestalten? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Rund gemacht! – Schlaglichter auf Kreislaufwirtschaft in Muldenhütten“, die im Rahmen des Projekts rECOmine LLV Muldenhütten entstanden ist.

Die Ausstellung zeigt, wie in Muldenhütten historische Industriestandorte zu Orten innovativer Ressourcennutzung und nachhaltiger Materialkreisläufe werden. Besucherinnen und Besucher erfahren, wie metallurgische Prozesse im Sinne einer modernen Circular Economy gedacht und umgesetzt werden – von der Rückgewinnung wertvoller Metalle bis hin zu neuen Nutzungskonzepten für Industrieareale.

Eröffnung: 5. November 2025, 18:00 Uhr
Ort: Zentrum für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung (ZeHS), Winklerstraße 5, 09599 Freiberg
Ausstellungszeitraum: 6. November bis 23. Dezember 2025

Eine Besichtigung ist auf Anfrage möglich unter:
📧

06. Oktober 2025 – Maximilian Vincent Erdmann

Neue EU-Vorgaben zu Gewährleistung und Garantie: Einheitliche Kennzeichnung ab 2026

Ab dem 27. September 2026 gelten in der Europäischen Union neue Vorschriften, die den Umgang mit Gewährleistungs- und Garantieinformationen deutlich transparenter machen sollen. Damit setzt die EU ihre Richtlinie zur Stärkung der Verbraucherrechte (EU) 2024/825 um.

Bisher fanden sich Hinweise zu Gewährleistung und Garantie oft nur im Kleingedruckten. Künftig sollen diese Informationen in klarer, leicht verständlicher Form bereitgestellt werden – ähnlich wie Verbraucher es schon von bekannten Energieeffizienzlabels kennen.

Die Gewährleistung bleibt weiterhin gesetzlich vorgeschrieben und beträgt mindestens zwei Jahre. Eine Garantie ist hingegen eine freiwillige Zusatzleistung von Hersteller oder Händler, die zusätzliche Absicherungen bieten kann. Neu ist: Sobald eine Haltbarkeitsgarantie von mehr als zwei Jahren angeboten wird, ist ein standardisiertes Garantie-Label verpflichtend. Dieses Label muss u. a. Marke, Modell und Garantiedauer enthalten. Zusätzlich können digitale Elemente wie ein QR-Code eingesetzt werden, der weiterführende Informationen bereitstellt.

Die Vorgaben gelten sowohl für den stationären Handel als auch für den Onlinehandel. Für Händlerinnen und Händler bedeutet das Anpassungen – etwa beim Aufbau von Produktseiten oder bei der Integration neuer Kennzeichnungen. Zugleich bieten die Labels eine Chance: Sie stärken das Vertrauen der Kundschaft und machen nachhaltige Kaufentscheidungen einfacher.