am Freitag, 29.05.2026 laden wir Sie zum Freiberger Frauen- und Männergespräch im Rahmen der Verabschiedung des 10. Jahrgangs des Erfolgsteams Junge Frauen an die Spitze ab 12.30 Uhr in den Senatssaal ein. Impulse zu Ihren Karrierewegen geben diesmal Dr. Katharina Wolf, Wegbereiterin unseres Programms, Frau Europas 2019 und Bundesverdienstkreuzträgerin sowie Dr. Arite Werner, persönliche Referentin des Wissenschaftlichen Direktors vom HZDR und Erfolgsteam-Teilnehmerin. Die Veranstaltung bietet ausreichend Raum für Fragen und Diskussion mit den Impulsgeberinnen.
Im Anschluss an das Gespräch verabschieden wir feierlich den 10. Jahrgang des Erfolgsteams Junge Frauen an die Spitze, wozu wir insbesondere am Promotionsprogramm interessierte Doktorandinnen einladen, um die Gruppe und das Programm kennenzulernen. Bewerbungen sind ab sofort bis 12.06.2026 möglich.
Für eine bessere Planbarkeit melden Sie sich bitte unter Angabe, ob Sie in Präsenz oder virtuell teilnehmen werden, bei Dr. Theresa Wand an: -freiberg oder 03731-393366
Caspar David Friedrich und seine Zeitgenossen haben die großen wissenschaftlich-technischen Veränderungen im Übergang zum technischen Zeitalter genau wahrgenommen. Der Eingriff des Menschen in die Gestaltung der Landschaft, der Einsatz von Dampfmaschinen und neue Produktionsverfahren haben das Bewusstsein, um 1800 an einem Wendepunkt jahrhundertealter Traditionen zu stehen, nachhaltig beeinflusst. Im Bergbau zeigten sich diese Umwälzungen besonders deutlich und die Künstler reagierten darauf in vielfältiger Weise. Entgegen manchen Vorurteilen brachten sie mit ihren Werken keineswegs eine technikfeindliche Haltung zum Ausdruck, sondern begegneten den Innovationen mit neuen ästhetischen Idealen. In politisch höchst angespannten Zeiten – geprägt durch die Napoleonischen Kriege – spielte das Verhältnis von Gegenwart und Vergangenheit mit den Erwartungen an eine bessere Zukunft sowohl für geowissenschaftliche Forschungen und technologische Erkenntnisse wie auch für kulturgeschichtliche Zusammenhänge eine bedeutende Rolle. An konkreten Beispielen, von den Einfahrten in die Grube Beschert Glück über die Inspektion des neu errichteten Halsbrücker Amalgamierwerks und die Umgestaltung des Plauenschen Grundes hinaus soll die bislang wenig beachtete Rolle Freibergs für das Naturverständnis und die Kunstauffassung im Umkreis von Novalis und den Dresdener Romantikern dargestellt werden.
Professor Wegner verbindet erstmals die lokale Geschichte, originale Quellen und große kulturgeschichtliche Zusammenhänge und stellt dabei die Bedeutung Freibergs für Literatur und Kunst der Romantik in den Fokus. Wir laden Sie ein, die Umbrüche der Zeit mit Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu diskutieren.
Über den Referenten Prof. Dr. Reinhard Wegner
Professor Emeritus für neuere Kunstgeschichte, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Gründer der Forschungsstelle Europäische Romantik
Forschungsschwerpunkte:
Kunst des 18.- und 19. Jahrhunderts, besonders der Malerei der Romantik.
Transformationen zwischen Kunsttheorie und Naturwissenschaften um 1800.
Veröffentlichte 2025 das Buch „Grabmale alter Helden. Eine Studie zum politischen Bild“, indem die Werke der Künstler um 1800 unter kunstphilosophischen, gesellschaftlichen sowie politischen Aspekten diskutiert werden.
Wie der Strukturwandel dank erneuerbarer Energien gelingen kann, zeigt Bertram Fleck am Beispiel des Rhein-Hunsrück-Kreises am 06. Juni 2024 zum 32. Krüger-Kolloquium auf. Ab 18:00 Uhr erwartet die Zuhörer in der Alten Mensa der TU Bergakademie Freiberg eine spannende Geschichte zum Erfolg eines Kreises, der mit dem Betrieb von verschiedenen umweltfreundlichen Energieerzeugungsanlagen sowohl seine Schulden auf ein äußerst geringes Niveau absenken als auch hohe Rücklagen zum Wohle seiner Bürger bilden konnte.
Solar-Panels; Quelle: Bertram Fleck
Klimaschutz, Erneuerbare Energien und regionale Wertschöpfung gehören zusammen und bilden eine Einheit. Wenn Kreise und Kommunen ihre Schlüsselrolle und Aufgabe beim Ausbau der Erneuerbaren Energien richtig wahrnehmen, entstehen Erfolgsgeschichten für ganze Landstriche und Regionen. Anhand des Beispiels des in Rheinland-Pfalz gelegenen Rhein-Hunsrück-Kreises wird gezeigt, wie ab dem Ende der neunziger Jahre Schritt für Schritt mit einer nachhaltigen strategischen Ausrichtung, einem Klimaschutzkonzept und einem agilen Klimaschutzmanager nebst vielen Kooperationspartnern die Wohlstandsentwicklung der Region begann.
Heute wird mehr als das Dreifache des eigenen Gesamtstromverbrauches erzeugt. Zudem ist der Kreis als erster Binnenlandkreis in den Sektoren Wärme, Abfall, Strom und Verkehr bilanziell CO2-neutral geworden. Er kann eine jährliche Wertschöpfung von rund 44 Millionen Euro aus dem Betrieb der Erneuerbaren-Energien-Anlagen verzeichnen und gehört zu den Landkreisen mit den niedrigsten Schulden. Viele Gemeinden verfügen sogar über Rücklagen. Die im Klimaschutz aktiven Dörfer werden dadurch die Herausforderungen des demografischen Wandels leichter bewältigen.
Bertram Fleck
Der Jurist Bertram Fleck war nach seiner Tätigkeit im höheren Dienst der Finanzverwaltung des Landes Rheinland-Pfalz von 1989 bis 2015 Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises. Als Vorsitzender des Umweltausschusses des rheinland-pfälzischen Landkreistages und des deutschen Landkreistages erkannte er früh die regionale Wertschöpfung der Energiewende als Motor für eine nachhaltige Regionalentwicklung und gründete ein Netzwerk, das als „Heimat der Energiewende-Vormacher“ bekannt wurde. Er gilt als einer der Väter der Energiewende im nördlichen Rheinland-Pfalz. Das Kooperationswerk erhielt zahlreiche Preise, zuletzt 2018 die Auszeichnung als „Energiekommune des Jahrzehnts“ durch die Agentur für Erneuerbare Energien in Berlin.
Die Veranstaltung wird auch im Livestream übertragen:
Hat auch Deutschland eine Verantwortung für die negativen Auswirkungen auf die Menschen und die Umwelt, die durch den Bergbau in anderen Ländern entstehen? Deniz Utlu, Schriftsteller und Menschenrechtler, wird zum 31. Krüger-Kolloquium am 14. Mai 2024 ab 18:00 in der Alten Mensa der TU Bergakademie Freiberg, Petersstraße 5 in Freiberg die Frage nach einem gemeinsamen Verständnis von Menschenrechten stellen.
Work of heavy equipment in an open pit for Lithium Mining, Quelle: Adobe Stock | #7163486
Die Wirtschaftskraft und somit der Wohlstand Deutschlands sind ohne Importe von Rohstoffen nicht möglich. Die Wertschöpfungsketten beginnend von ihrer Erkundung und ihrem Abbau bis hin zum Export hochveredelter Güter gründen auf einem weltweit verzweigten Geflecht von Beteiligten: Menschen, Unternehmen, Organisationen und Staaten. In diesem Gefüge hat die Bevölkerung in den Bergbaugebieten die menschenrechtlichen Auswirkungen in Form von Umsiedlungen, Verschlechterung der Lebensqualität sowie Umweltveränderungen zu tragen und ist oftmals riskanten Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Dagegen kann die Verantwortung nicht eindeutig einzelnen Mitwirkenden zugeschrieben werden.
Ausgehend von eigenen Forschungserfahrungen der letzten zehn Jahre stellt Deniz Utlu die Frage nach einem gemeinsamen Verständnis von Menschenrechten und diskutiert gemeinsam mit Prof. Gari Walkowitz, Professor für Verhaltens- und Wirtschaftsethik an der TU Bergakademie Freiberg, welche Verantwortungen sich für europäische Unternehmen und uns als Zivilgesellschaft ergeben. Hierfür schaut er sich neben einer klassischen Menschenrechts-Analyse, wie sie im Feld der Wirtschaft und der Menschenrechte üblich ist, auch an, welche Sprache der Menschenrechte sich in dem Bereich entwickelt hat und wie sie in die Erzählungen von Wirtschaftsunternehmen hineinwirkt: Verändert sich das Handeln der Akteure oder nur ihre Sprache?
Deniz Utlu studierte in Berlin und Paris Volkswirtschaftslehre mit Fokus auf Netzwerktheorie, Finanzwirtschaft sowie Politische und Entwicklungs-Ökonomie. Seit 2013 arbeitet er für das Deutsche Institut für Menschenrechte und forscht dort zu Wirtschaft und Menschenrechten, insbesondere zur Verantwortung von Unternehmen, etwa im Kohlesektor in Kolumbien oder zu Zertifizierungssystemen der Palmölbeschaffung.
Er veröffentlichte zahlreiche Essays und politische Kommentare im Feuilleton und war von 2017 bis 2019 Kolumnist des Tagesspiegels. Außerdem publizierte er die drei Romane Die Ungehaltenen (2014), Gegen Morgen 2019) sowie Vaters Meer (2023), für die er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde.