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27. Juli 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

Das Recht auf Reparatur wird Realität: Was die neue EU-Richtlinie ab dem 31. Juli 2026 bedeutet

Wer kennt das nicht: Das Smartphone stürzt nach zwei Jahren immer häufiger ab, die Waschmaschine macht seltsame Geräusche – und die Reparatur kostet fast so viel wie ein Neukauf. Oft landet das Gerät deshalb im Müll, obwohl es noch zu retten wäre. Damit soll ab dem 31. Juli 2026 Schluss sein. An diesem Datum tritt die EU-Richtlinie 2024/1799 – besser bekannt als die „Right to Repair“-Richtlinie – in allen EU-Mitgliedsstaaten in Kraft. Sie ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Wirtschaft, in der Produkte länger genutzt, seltener weggeworfen und häufiger repariert werden.

Was die Richtlinie konkret regelt

Im Kern verpflichtet die Richtlinie Hersteller dazu, bestimmte Produkte auf Verlangen zu reparieren – auch nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungsfrist. Das betrifft eine Reihe alltäglicher Geräte, die bereits heute Reparabilitätsanforderungen im EU-Recht unterliegen: Waschmaschinen, Kühlschränke, Geschirrspüler, Staubsauger, Smartphones, Tablets und elektronische Displays. Die Liste soll in den kommenden Jahren schrittweise erweitert werden.

Hersteller müssen Reparaturen zu einem angemessenen Preis und in angemessener Zeit anbieten. Sie sind außerdem verpflichtet, Ersatzteile bereitzustellen und dürfen weder durch Vertragsklauseln noch durch technische Schutzmechanismen – etwa in der Software – Reparaturen durch Dritte blockieren.

Wer sich während der Gewährleistungszeit für eine Reparatur statt eines Ersatzes entscheidet, wird belohnt: Die gesetzliche Garantie verlängert sich in diesem Fall automatisch um 12 Monate. Das soll den finanziellen Anreiz stärken, kaputte Produkte reparieren zu lassen, anstatt neue zu kaufen.

Mehr Transparenz und ein europäisches Reparaturportal

Damit Verbraucherinnen und Verbraucher Reparaturangebote besser vergleichen können, wird ein standardisiertes Europäisches Reparaturinformationsblatt eingeführt. Werkstätten können dieses Formular freiwillig verwenden, um Konditionen, Kosten und Zeitrahmen übersichtlich darzustellen. Das Angebot gilt 30 Tage lang.

Darüber hinaus soll bis 2027 eine europäische Online-Plattform für Reparaturdienste eingerichtet werden – eine Art Suchmaschine für lokale Reparaturbetriebe, die an das „Your Europe“-Portal der EU angebunden wird. Einzelne Mitgliedstaaten sind außerdem verpflichtet, mindestens eine nationale Maßnahme zur Reparaturförderung einzuführen – von Reparaturgutscheinen bis hin zu Informationskampagnen.

Warum diese Richtlinie wichtig ist

Die Zahlen sprechen für sich: In der EU entstehen jedes Jahr 35 Millionen Tonnen vermeidbarer Elektroschrott und anderer Produktmüll, weil Defekte nicht repariert, sondern durch Neukäufe behoben werden. Die damit verbundenen unnötigen Kosten für Verbraucherinnen und Verbraucher werden auf fast 12 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Gleichzeitig gaben in einer Eurobarometer-Umfrage 77 % der EU-Bürger an, lieber zu reparieren als neu zu kaufen – wenn es denn einfach und erschwinglich wäre.

Die Reparaturrichtlinie setzt genau hier an: Sie senkt die Hemmschwelle, schafft Rechtssicherheit für Reparaturbetriebe und macht Reparieren wirtschaftlich attraktiver. Sie ist damit ein zentrales Element der EU-Strategie für nachhaltigere Produkte – neben der Ökodesign-Verordnung (ESPR) und dem kommenden Circular Economy Act.

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13. Juli 2026 – Maximilian Vincent Erdmann

Neuer Bachelorstudiengang an der TUBAF: Rohstoffsicherung, Energiewende und Kreislaufwirtschaft im Fokus

Die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft braucht nicht nur neue Technologien – sie braucht vor allem Menschen, die sie gestalten können. Die TU Bergakademie Freiberg reagiert auf diesen Bedarf mit einem neuen Bachelorstudiengang, der zum Wintersemester 2027/28 starten soll: „Ressourcenökologie und Transformationsmanagement“. Ermöglicht wird er durch eine Förderung der Stiftung Innovation in der Hochschullehre im Rahmen der bundesweiten Ausschreibung „Die Welt ist mein Campus“ – einer der 37 ausgewählten Hochschulen deutschlandweit.

Was steckt hinter dem neuen Studiengang?

Das geförderte Projekt trägt den Namen „Transformers for Sustainable Futures“ – und der Name ist Programm. Im Mittelpunkt steht ein Lehrkonzept, das Praxisprojekte nicht als Ergänzung des Studiums begreift, sondern als dessen Ausgangspunkt. Studierende arbeiten von Beginn an mit Unternehmen, Verwaltungen und gesellschaftlichen Akteuren an konkreten regionalen Transformationsaufgaben: der sicheren Versorgung mit Rohstoffen, der Umsetzung der Energiewende und dem Aufbau kreislaufwirtschaftlicher Strukturen.

Das Ziel: wissenschaftliche Methoden unmittelbar in der Praxis anwenden, nachhaltige Lösungen entwickeln – und diese verständlich kommunizieren. Der Studiengang richtet sich an Studierende, die technisch und umweltwissenschaftlich denken, gleichzeitig aber gesellschaftliche Zusammenhänge verstehen und aktiv mitgestalten wollen.

Interdisziplinär und praxisnah

Der Studiengang wird fakultätsübergreifend entwickelt. Die wissenschaftliche Leitung der Konzeptionsphase übernehmen Prof. Dr. Gari Walkowitz von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Juniorprofessor Dr. Conrad Jackisch von der Fakultät für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau – gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus weiteren Fachrichtungen. Auch Studierende werden von Anfang an in die Entwicklung eingebunden.

Eine zentrale Rolle spielt das neue Zentrum für Transfer und Gründung der TUBAF, das ein Netzwerk aus Praxispartnerinnen und -partnern aufbaut: Unternehmen und Verwaltungen, die reale Fragestellungen in die Lehre einbringen und gemeinsam mit Studierenden Lösungsansätze erarbeiten. Das Projektteam nimmt seine Arbeit im Juli 2026 auf; weitere Informationen zu Studiengang und Bewerbungsmodalitäten werden Ende des Jahres veröffentlicht. Die Förderung läuft bis Juni 2030 und umfasst insgesamt 2 Millionen Euro.

Warum dieser Studiengang jetzt kommt – und warum dieser wichtig ist

Der Bedarf an Fachkräften, die technische, ökologische, wirtschaftliche und kommunikative Kompetenzen verbinden, wächst rasant. Die EU-Klimaziele, der Circular Economy Act, der Aufbau europäischer Lieferketten für kritische Rohstoffe – all diese Prozesse erfordern Menschen, die interdisziplinär denken und Transformationsprozesse strukturiert begleiten können.

Prorektorin Prof. Dr. Swanhild Bernstein bringt es auf den Punkt: Die Herausforderungen einer nachhaltigen Rohstoffversorgung und der Energiewende erforderten das Zusammenwirken verschiedener Partner aus Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft – und genau das solle der neue Studiengang von Beginn an vermitteln.

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