02. November 2026 – Maximilian Vincent Erdmann – Allgemein

Circular Economy in der Lehre: Vielfältige Perspektiven an der TU Bergakademie Freiberg

Begrenzte natürliche Ressourcen, ein steigender Rohstoffbedarf und wachsende Anforderungen an den Umweltschutz machen einen verantwortungsvollen Umgang mit Materialien immer wichtiger. Die Circular Economy verfolgt das Ziel, Rohstoffe möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten, Abfälle zu vermeiden und Ressourcen effizient zu nutzen. Dafür braucht es neben technischen Lösungen zur Rückgewinnung von Materialien auch Methoden zur Bewertung von Umweltwirkungen und Ansätze für ein nachhaltiges Ressourcenmanagement.

An der TU Bergakademie Freiberg wird das Thema in verschiedenen Lehrveranstaltungen aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven behandelt. Drei Module zeigen beispielhaft, wie sich die Kreislaufwirtschaft in der Lehre widerspiegelt.

Stoffrecycling: Wertvolle Materialien zurückgewinnen

Eine zentrale Voraussetzung für die Kreislaufwirtschaft ist die Rückgewinnung von Wertstoffen aus Abfällen und Reststoffen. Das Modul Stoffrecycling beschäftigt sich mit der Aufbereitung und stofflichen Verwertung unterschiedlicher Materialien.

Die Studierenden lernen Verfahren und Maschinen zur Zerkleinerung, Klassierung und Sortierung kennen und befassen sich mit deren Auswahl und Einsatz. Ziel ist es, Wertstoffe effizient zurückzugewinnen und als Sekundärrohstoffe erneut nutzbar zu machen.

Material Flow Analysis and Life Cycle Assessment: Umweltwirkungen bewerten

Neben der technischen Rückgewinnung gilt es, Stoff- und Energieflüsse sowie die damit verbundenen Umweltwirkungen zu verstehen. Hier setzt das Modul Material Flow Analysis and Life Cycle Assessment an.

Die Materialflussanalyse untersucht, welche Mengen an Materialien und Energie innerhalb eines Systems bewegt, verarbeitet oder verbraucht werden. Die Ökobilanzierung betrachtet hingegen die Umweltwirkungen eines Produkts oder einer Dienstleistung über den gesamten Lebenszyklus. Anhand von Modellen und Fallstudien lernen die Studierenden, Stoff- und Energieflüsse zu analysieren, Umweltwirkungen zu bewerten und Ansatzpunkte für einen effizienteren Ressourceneinsatz zu identifizieren.

Kreislaufwirtschaft betrifft nicht nur technische Prozesse, sondern auch die Organisation und Steuerung von Unternehmen. Das Modul Resource Management widmet sich daher den Aufgaben, Methoden und Instrumenten des industriellen Ressourcenmanagements.

Im Mittelpunkt stehen mineralische und erneuerbare Rohstoffe und Energieträger sowie Sekundärrohstoffe und Sekundärenergieträger. Die Studierenden beschäftigen sich damit, wie ressourcenbezogene Managementaufgaben in betriebliche Funktionen und Prozesse integriert werden können. So lernen sie, wie Unternehmen ihren Ressourceneinsatz effizienter und nachhaltiger gestalten können.

Kreislaufwirtschaft aus unterschiedlichen Perspektiven

Die drei Module verdeutlichen, dass Circular Economy weit über das klassische Recycling hinausgeht: Das Stoffrecycling konzentriert sich auf die technische Aufbereitung und Rückgewinnung von Materialien. Materialflussanalyse und Ökobilanzierung untersuchen Stoffströme und Umweltwirkungen, während das Ressourcenmanagement die betriebliche Umsetzung in den Blick nimmt.

Damit verbindet die TU Bergakademie Freiberg in ihrer Lehre technische, ökologische und wirtschaftliche Ansätze und vermittelt unterschiedliche Perspektiven auf einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

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