25. November 2022 – Unbekannt

Erste Schritte für neue Kooperationen mit Universitäten in Südafrika

Eine südafrikanische Delegation des „Ministry for Higher Education, Science and Innovation“ unter Leitung des stellvertretenden Ministers Buti Manamela besuchte am 23. November die TU Bergakademie Freiberg.

Prorektor für Forschung und Transfer, Prof. Dr. Jörg Matschullat, Bergbauprofessor Dr. Helmut Mischo und die Direktorin des IUZ, Ingrid Lange, berieten mit dem stellvertretenden Minister Buti Manamela sowie Prof. Wolfram Scharff, Honorarkonsul für die Republik Südafrika für Sachsen und Sachsen-Anhalt, über sinnvolle nächste Schritte zum Aufbau von gewinnbringenden Beziehungen in Ausbildung und Forschung.

Die zweitägige Visite der Delegation in Deutschland dient dem Ausloten möglicher Kooperationsbeziehungen unter anderem im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), aber auch im Kultur- und Ausbildungsbereich, hier vor allem im Bergbau mit speziellem Fokus auf Rekultivierung. Die TU Bergakademie Freiberg war dabei die einzige Universität auf der Agenda der Delegation.

Bisher gibt es erst wenige aktive Beziehungen zwischen der TU Bergakademie Freiberg und Hochschulen oder Forschungseinrichtungen in Südafrika. Südafrika hat 23 staatliche Hochschulen, darunter international hoch angesehene Flaggschiffe wie die Universitäten von Witwatersrand, Kapstadt und Stellenbosch. Das Land benötigt dringend gut ausgebildete Ingenieure, um die staatliche Entwicklung zu unterstützen. Dafür wurde 2015 das New Generation of Academics Programme (nGAP) aufgelegt, um insbesondere der schwarzen Bevölkerung Zugang zur höheren Bildung – vor allem im MINT-Bereich – zu ermöglichen. Dazu wird unter anderem die Gründung einer neuen Universität (University for Science and Technology) vorbereitet, die sich auch Themen von Erneuerbaren Energien, Robotik, Rekultivierung und Recycling widmen soll. Dadurch ergeben sich interessante Schnittstellen zu Forschung und Lehre an der TU Bergakademie Freiberg.

Die Delegation wird ihrem Ministerium nun Empfehlungen für unmittelbare Kooperationsansätze wie die Entsendung von Studierenden, Doktoranden und PostDocs geben sowie Fördermöglichkeiten des DAAD und der Alexander-von-Humboldt- Stiftung eruieren.

22. November 2022 – Unbekannt

Ehrensenatorwürde der TU Bergakademie Freiberg für Altrektor Prof. Dr. Bernd Meyer

Mit der Ehrensenatorwürde würdigt die Universität die Verdienste des emeritierten Professors als Wissenschaftler, Hochschullehrer und Altrektor. Zwischen 2008 und 2015 leitete Prof. Bernd Meyer die TU Bergakademie Freiberg und prägte maßgeblich ihr Profil als Ressourcenuniversität.

“Als Rektor hat Professor Meyer die Bergakademie in ihrer Breite als Partner für Politik, Industrie und Ausbildung für eine nachhaltige Stoff- und Energiewirtschaft national und international etabliert und sich damit um die Wahrnehmbarkeit des gesamten Freistaates verdient gemacht”, sagte der sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow bei der Verleihung der Ehrensenatorwürde in Freiberg.

Wandel in der Energieverfahrenstechnik kompetent begleiten

Seit 1994 Professor für Energieverfahrenstechnik und Thermische Abfallbehandlung an der TU Bergakademie Freiberg, führte der Ingenieur bis 2021 das Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen. Durch ausgeprägte Netzwerke in Forschung, Entwicklung und Industrie gelang es dem Wissenschaftler, den rasanten Entwicklungen der Energie- und Stoffwandlungsprozesse einen Schritt voraus zu sein und Innovationen mit Bewährtem zu verbinden.

Am Campus-Standort Reiche Zeche entstand unter seiner Leitung ein weltweit einzigartiger Technologie-Park, dessen Versuchsanlagen für neue Ideen und Weiterentwicklungen von der Modellierung bis zur technischen Erprobung für die Wasserstoffwirtschaft und Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft hoch gefragt sind. 2005 etablierte er mit seinem Team die „International Freiberg Conference“, die heute zu den führenden internationalen Konferenzen zu Carbon-Conversion-Technologien zählt.

Engagement für die Ressourcenuniversität

Zwischen 2008 und 2015 setzte Prof. Dr. Bernd Meyer als Rektor wichtige Impulse für die langfristige Weiterentwicklung der Universität. „Noch bevor in der Öffentlichkeit über die Rohstoffwende diskutiert wurde, erkannte Prof. Bernd Meyer die strategische Bedeutung der Forschung rund um Ressourcen an der TU Bergakademie Freiberg und ihrer großen gesellschaftlichen Relevanz. Er formulierte den Namenszusatz „Die Ressourcenuniversität. Seit 1765.“ und trat in der deutschen Wissenschaftslandschaft mit Nachdruck für dieses Profil ein“, so TU-Rektor Prof. Dr. Klaus-Dieter Barbknecht in seiner Rede anlässlich der Festveranstaltung.

Einen weiteren Schwerpunkt legte Prof. Bernd Meyer auf neue außeruniversitäre Kooperationen. Dazu gehörte 2011 die Ansiedelung des Helmholtz-Instituts für Ressourcentechnologien HIF als erste Großforschungseinrichtung nach der Wiedervereinigung in Freiberg, 2014 die Ansiedelung des von der EU-geförderten EIT Raw Materials als größtes Konsortium für Rohstoffe weltweit und 2015 die Einwerbung des Forschungsbaus „Zentrum für effiziente Hochtemperaturstoffwandlung (ZeHS)“. 2017 gründete das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS eine Außenstelle zu Kohlenstoff-Kreislauf-Technologien am Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen der TU Bergakademie Freiberg. Prof. Bernd Meyer leitete die Forschungsgruppe zur ressourcenschonenden Nutzung von Kohlenstoffquellen bis 2021.

20. Oktober 2022 – Unbekannt

Umweltfreundlichere Produktion: Braunglas mit grünem Strom statt mit Gas schmelzen

Bei der Herstellung von Braunglas werden in Deutschland rund 0,2 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen. Forschende der TU Freiberg untersuchen in einem neuen Forschungsprojekt, wie der Herstellungsprozess dank einer elektrischen Glasschmelzwanne grüner werden kann.

Braune Gläser werden vor allem für die Verpackung von Medikamenten und lichtempfindlichen Lebensmitteln verwendet. Zur Herstellung dieser Gläser wird ein brauner Farbträger in das Glasgemenge gemischt. Dieses Gemenge wird bisher in einer mit Gas beheizten Glasschmelzwanne geschmolzen – eine rein elektrische Beheizung der Wanne ist nach aktuellem Stand der Technik noch nicht realisierbar, insbesondere in Hinblick auf die Stabilität der Farbe.

Erneuerbare Energie direkt nutzen

Am Institut für Glas und Glastechnologie der TU Bergakademie Freiberg untersuchen Forschende nun die Einflussparameter auf die Braunfarbe in einer elektrischen Pilot-Schmelzanlage. „Haben wir diese Parameter identifiziert, können wir die Bedingungen in der Glasschmelze gezielt optimieren“, erklärt Dr. Khaled Al Hamdan, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Glas und Glastechnologie und Projektkoordinator. „Dazu untersuchen wir auch alternative Rohstoffe für die Bildung des Braunfarbkörpers.“

Ziel des neuen Forschungsprojekts, das am 1. Januar 2023 offiziell startet, ist die stabile und verlässliche Produktion von Braunglas mit grünem Strom aus erneuerbaren Quellen. „Dabei sollen die Konstanz der Farbe, ein blasenfreies Glas und die Stabilisierung der sogenannten kalten Gemengedecke auf der Schmelze, die zur Minderung von Strahlungsverlusten sowie der Abdampfung leichtflüchtiger Komponenten wichtig ist, gewährleistet werden“, sagt der Projektkoordinator.

Forschungsprojekt mit Industriepartnern

Das Forschungsprojekt wird in den kommenden zwei Jahren vom Projektträger AiF-IGF-Forschungsvereinigung organisiert und gefördert. Die Forschungsergebnisse werden Zulieferbetrieben im Bereich der Glasschmelzsysteme und der Anlagentechnik (meist kleine und mittlere Unternehmen im projektbegleitenden Ausschuss) sowie glasherstellenden Unternehmen zugutekommen.