16. Oktober 2018 – Holger Lieberwirth Studium

Tag 3 der IAM-Exkursion ins Rheinland oder: Der Gärtner im Radlader

Am dritten Tag unserer Exkursion besuchten wir vormittags das Quarzwerk Haltern am See (leider nicht zum Baden!). Dies gehört zur Quarzwerke Gruppe, deren Vorläufer 1884 in Frechen gegründet wurde. Mittlerweile ist das Unternehmen in 37 Ländern vertreten. In Haltern am See werden jährlich ca. 2 Mio. Tonnen Quarzsand mit 2 Saugbaggern gefördert. Der Sand ist besonders rein und daher unter anderem für die Glasproduktion, Gießereien sowie die Bau- und Chemieindustrie geeignet. Teilweise werden sogar Container für den chinesischen Markt gepackt! Abbaugebiet ist mittlerweile Silbersee 3. Täglich werden in Haltern am See allein 1.000 Tonnen Sand pro Tag für die Glasindustrie abgeholt.

Von wegen – Deutschland und rohstoffarm!

Obwohl der meiste Sand umweltfreundlich per Bahntransportiert wird, standen die LKWs zweireihig und warteten auf die Beladung, als wir vor Ort waren, standen.

Blick vom Siebturm auf wartende LKW und den Radlader, der Material von der Reservehalde zulädt.
Blick vom Siebturm auf wartende LKW und den Radlader, der sogar schon Material von der Reservehalde (Pfeil) zuladen muss. (zum Vergrößern anklicken)
Der Gärtner der Quarzwerke Haltern fährt in seinem großen Radlader
Mal auf dem Aufsitzmäher, mal auf dem großen Radlader – der Gärtner der Quarzwerke Haltern (zum Vergrößern anklicken)

Die Bagger saugen aus bis zu 40m Tiefe den Sand nach oben und fördern ihn über 7 km zur Aufbereitungsanlage. Der Sand wird je nach Kundenwunsch in einzelne Größenfraktionen klassiert, oder zu Quarzmehl gemahlen.

Aber was ist mit den abgebauten Flächen?

Diese sind renaturiert worden. An Spitzentagen wurden bis zu 20.000 Besucher in der kristallklaren „Badewanne des Ruhrgebiets“ gezählt. Aber auch viele Tier- und Pflanzenarten haben sich den neuen Lebensraum erobert.

Typisch insbesondere für Familienunternehmen – die Einsatzbereitschaft und Flexibiltät der Mitarbeiter. Der hauseigene Gärtner, schon mehr als 40 Jahre im Unternehmen,  wechselt schon mal vom Aufsitzrasenmäher auf den Radlader, wenn z.B. Sonderfraktionen geladen werden müssen.

Nach einer Stärkung ging es nur wenige Meter weiter zur Firma HAZEMAG & EPR GmbH in Dülmen. Diese baut Aufbereitungsmaschinen für den Bergbau und Recycling. Dabei haben diese Maschinen den Dreh raus, wie wir in den Fertigungshallen sehen konnten. Schlagwalzenbrecher, Prall- und Hammermühlen sowie Rollenroste warteten dort auf ihren Versand zum Einsatz in alle Welt.

HAZEMAG sieht sich nicht nur als Hersteller von Zerkleinerungsmaschinen, sondern auch als Dienstleister. Im großen hauseigenen Technikum werden Proben von Kundenmaterial analysiert, um die Kunden bestmöglich beraten zu können.  Interessant fanden wir in der Werkstatt die Reparatur und Aufarbeitung gebrauchter Teile nachvollziehen zu können. Aber besonders spannend war der Neubau der Zerkleinerungsmaschinen, da wir die Chance hatten einen guten Einblick in die Maschinen zu bekommen.

2 Studenten des Instituts für Aufbereitungsmaschinen stehen neben einem Prallbrecher-Rotor von HAZEMAG
Noch lange nicht der Größte – ein Prallbrecher-Rotor von HAZEMAG (zum Vergrößern anklicken)

Maschinen und Anlagen der Firma HAZEMAG sind über den ganzen Globus an den unterschiedlichsten Orten verteiltet, sogar über den Wolken sind diese im Einsatz. Selbst in mehr als 3.000 m Höhe über dem Meeresspiegel werden heute Erze auf HAZEMAG-Maschinen aufbereitet. Vielleicht kann man sich als Student das eigene Geld für die Weltreise nach dem Studium ja sparen und besser gleich einen Job bei HAZEMAG suchen?

Student des Instituts für Aufbereitungsmaschinen steht vor einer personengroßen Keilriemenscheibe
Keilriemenscheiben kennt man ja, aber in dieser Größe sind sie nicht so häufig zu sehen! (zum Vergrößern anklicken)

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