16. Oktober 2018 – Holger Lieberwirth Studium

Tag 4 der IAM-Exkursion ins Rheinland oder: Was Braunkohlenbriketts und Hörsäle verbindet

…leider war dann am Abend doch keine Zeit mehr für die letzten Blogbeiträge von unserer Exkursion. Und jetzt hat auch noch das neue Semester begonnen!

Tief im Westen …

Vollgetankt mit den Eindrücken der vergangenen Tage machten wir uns am Donnerstag Morgen auf den Weg nach Frechen, in der Nähe von Köln. Als abschließender Programmpunkt unserer Exkursion stand der Besuch der ältesten noch produzierenden Brikettfabrik Deutschlands auf dem Plan. Sie ist einer der drei Veredlungsstandorte der RWE Power AG. Neben den Briketts wird hier auch Braunkohlenstaub für viele Anwendungen erzeugt. Der Dampf des werkseigenen Kraftwerks versorgt die benachbarte Stadt Hürth (ca. 60.000 Einwohner) mit Fernwärme, so dass sich ein Wirkungsgrad von mehr als 80 % ergibt.

Braunkohlenbriketts – immer noch ein Renner

Begrüßt wurden wir von Dr. Joachim Witzel, der uns einen Einblick in das Produktportfolio und den Veredlungsprozess der Braunkohle gab. Er erklärte uns, wie sich die Anforderungen an die Briketts in den letzten Jahrzehnten verändert haben. Während Briketts vor der Einführung von Zentralheizungen essentiell waren, ist es heute eher der Luxus, einen Kaminofen mit Briketts zu betreiben um eine wohlige Wärme und Atmosphäre zu erzeugen.

Dementsprechend legen die Privatkunden natürlich auch mehr Wert auf die Qualität der Briketts und das Marketing ist von großer Bedeutung. Überraschend war dann aber doch, dass RWE immer noch 170.000 Tonnen Briketts pro Jahr verkauft, und die meisten davon noch an Industriekunden im In- und Ausland.

Zug mit Spezialbehältern der RWE Power AG Frechen für den Seetransport von UNION-Briketts nach Irland
Zug mit Spezialbehältern für den Seetransport von UNION-Briketts nach Irland (zum Vergrößern anklicken)

Formkanalpressen -mit mehr als 100 Betriebsjahren nach wie vor volle Performance

Nach der informativen Einführung war Praxis angesagt und Dr. Raimund Lange, selbst Absolvent der TU Bergakademie Freiberg, führte uns über das gesamte Betriebsgelände. Besonders beeindruckt waren wir von den Brikettpressen, die teilweise seit über hundert Jahren im Einsatz sind und auf die damals wie heute Verlass ist. So ein Anblick lässt das Herz eines jeden Maschinenbauers höher schlagen.

Endloser Strang hochwertig glänzender Braunkohlenbriketts der RWE Power AG Frechen
Endloser Strang hochwertig glänzender Braunkohlenbriketts, gefragt nicht nur im Luxussegment (zum Vergrößern anklicken)

Rosa, Tosca und Carmen – nicht nur beim Karneval im Einsatz

Im extremen Kontrast zu den altbewährten Aufbereitungsmaschinen steht hingegen die Technik für die Umverpackung der Briketts in komfortable Papiertüten für den Einzelhandel. Hier sind drei hochmoderne Roboter im Einsatz, die ihre Namen – Rosa, Tosca und Carmen – dem Kölschen Karneval verdanken.

Palette mit gestapelter, fertig pelletierter und verpackter Braunkohle
Fertig pelletiert und verpackt – Braunkohle als Luxusartikel!

Nachdem wir alle Schritte, von der Aufbereitung der Rohbraunkohle bis zum fertig verpackten Brikett nachvollzogen haben, werteten wir den Rundgang bei einem gemeinsamen Mittagessen aus.

Damit beendeten wir unsere spannende Exkursion, die uns zahlreiche Einblicke in die verschiedenen Felder der Aufbereitung bot und noch mehr Lust auf das Berufsleben als Ingenieur gemacht hat.

Gruppenfoto auf dem Betriebsgelände der RWE Power AG Frechen mit den Teilnehmern der Rheinland-Exkursion des Instituts für Aufbereitungsmaschinen
Schluss einer interessanten Exkursion – und nächste Woche wieder Hörsaal in Freiberg… (zum Vergrößern anklicken)

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