21. August 2020 – Oliver Rheinbach Allgemein

Corona: Wie sterilisiert man Masken, die man nicht waschen kann? Eine Regressionsaufgabe.

Nachtrag (19.11.2020): Inzwischen gibt es auf dem deutschen Markt durchaus Anbieter von FFP2 bzw. CPA-Masken (Schnellzulassungsverfahren in Anlehnung an FFP2). Das ist auch das Verdienst von mittelst√§ndischen Unternehmen. Etwa produzieren einige Automobilzulieferer in S√ľddeutschland CPA-Masken, und ein Vlieshersteller produziert in Sachsen Masken, die inzwischen CPA-zertifiziert sind. FFP2-Masken namhafter westlicher Medizintechnikhersteller kosten aktuell ca. 6 bis 8 Euro das St√ľck (nach bis zu 20 Euro im Sommer, falls √ľberhaupt lieferbar). CPA-Masken aus deutsche Produktion kosten aktuell ca. 3 Euro. Nachdem im Sommer fern√∂stliche KN95 Masken in Europa f√ľr 5 bis 10 Euro verkauft wurden, kosten Sie inzwischen ein Bruchteil davon. Allerdings gibt es dabei viele F√§lschungen, wie man dem (furchtbar un√ľbersichtlichem) europ√§ischen Produktwarnsystem RAPEX immer wieder entnehmen kann. Das gilt ebenso f√ľr fern√∂stliche Masken, die angeblich FFP2-Masken sind, tats√§chlich den Standard aber nicht einhalten.

Beitrag vom 21.08.2020: Bei Alltagsmasken reicht bekannterma√üen das Waschen in der Waschmaschine mit Vollwaschmittel (enth√§lt Natriumpercarbonat, landl√§ufig als Sauerstoffbleiche bekannt); aber wer auf FFP2/KN95/N95-Masken angewiesen ist, um sich zu sch√ľtzen (etwa vor Ansteckung durch die Luft √ľber Aerosole), steht vor derselben Frage wie die Gesundheitssysteme vieler L√§nder (darunter die USA und Deutschland): Wie lange kann man FFP2/KN95/N95-Masken verwenden und wie kann man sie nach einem Einsatz sterilisieren?

Die Empfehlungen des RKI (M√∂gliche Ma√ünahmen zum Ressourcen-schonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken, Stand des Dokumentes 14.04.2020, g√ľltig bis 31.08.2020) vermeidet Hinweise zur Nutzungsdauer und zur Sterilisation: „[Bei der Wiederverwendung ist zu beachten, dass] benutzte Einweg-FFP Masken/MNS nicht mit Desinfektionsmittel zu reinigen oder zu desinfizieren sind, da dies die Funktionalit√§t der Maske negativ beeinflussen kann„. In der Tat raten deutsche Hersteller vor der Sterilisation (wohl auch aus Haftungsgr√ľnden) ab.

Die amerikanische Seuchenbeh√∂rde CDC hat, aus der Not, deutlich konkretere Vorschl√§ge. Es ist bekannt, dass die Filterleistung von FFP/KN95/N95-Masken mit der Benutzung absinken kann, so dass die Masken anschlie√üend nicht mehr sicher sind (allerdings ist eine solche Maske sehr wahrscheinlich auch dann noch sicherer als Alltagsmasken; s.u.). Die CDC empfiehlt (f√ľr amerikanische N95-Masken) unter Krisenbedingungen die Wiederverwendung (limited re-use) von N95-Masken mit einer summierten maximalen Nutzungszeit von 8 bis 12 Stunden (Abschnitt „Extended use of N95 Respirators“; zuletzt am 23.11.2020 geupdated):

When practicing extended use of N95 respirators, the maximum recommended extended use period is 8‚Äď12 hours. Respirators should not be worn for multiple work shifts and should not be reused after extended use.

Das bedeutet f√ľr den privaten Gebrauch, dass man die Maske durchaus wiederverwenden kann. Am Ende eines Tages sollte die Maske dann einige Tage in einer Papiert√ľte (keine Plastikt√ľte!) gelagert werden, damit eine eventuelle Virenlast sich langsam abbaut (oder ein paar Tage an einen Haken aufh√§ngen). Auf por√∂sem Material dauert das Abbauen der Viren aber wahrscheinlich mehrere Tage. Wenn man jeden Tag Schutz braucht, braucht man mehrere FFP2/KN95/N95-Masken zum Rotieren. Die Rotationsstrategie (mit einer Maske f√ľr jeden Wochentag) ist in der aktuelle Corona-Krise als eine der „Crisis Capacity Strategies (during known shortages)“ (im Abschnitt „Limited Re-use of N95 respirators“) von der US-amerikanische Seuchenbeh√∂rde CDC f√ľr medizinisches Personal (!) vorgeschlagen worden:

Each respirator will be used on a particular day and stored in a breathable paper bag until the next week. This will result in each worker requiring a minimum of five N95 respirators if they put on, take off, care for them, and store them properly each day. This amount of time in between uses should exceed the 72 hour expected survival time for SARS-CoV2 (the virus that caused COVID-19).

 

Bleibt die Frage nach einer m√∂glichen Desinfektion nach einem Einsatz, wenn man nicht 72 Stunden auf das „Absterben“ des SARS-CoV-2-Virus warten m√∂chte (oder wenn man ganz sicher gehen will).

Der amerikanische Goldstandard zur Desinfektion von N95-Masken in den USA ist „vaporized hydrogen peroxide (VHP)“ (Wasserstoffperoxid-Dampf); diese Technik hat in den USA eine Sondergenehmigung¬† zur Dekontamination von Masken bekommen. Sie steht allerdings in Europa kaum zur Verf√ľgung.

Es geht aber auch mit Low-Tech: In den deutschen Medien relativ pr√§sent (auch nachdem Karl Lauterbach den Artikel getwittert hat) ist ein wissenschaftlicher Artikel aus den USA, der zeigt, dass eine N95-Maske in einem Reiskocher (ohne Wasser!) sterilisiert werden kann. Titel des Artikels ist „Dry Heat as a Decontamination Method for N95 Respirator Reuse“, Hintergrund ist, dass in vielen amerikanischen Haushalten Reiskocher und √§hnliche Ger√§te zur Verf√ľgung stehen. Ein Zyklus im trockenen Reiskocher bedeutet nach den Messungen der Experimentatoren, dass die Maske trockener Hitze von etwa 100 Grad f√ľr eine Stunde ausgesetzt ist. Die Masken m√ľssen dabei auf einem Handtuch liegen, weil die Bodenplatte des Kochers ohne Wasser deutlich hei√üer als 100 Grad wird, wodurch die aufliegende Maske schmelzen w√ľrde. Wichtig ist, dass im Artikel auch getestet wurde, dass das betrachtete N95-Modell (3M 1860) die Prozedur auch mehrmals ohne Beeintr√§chtigung der Filterleistung √ľbersteht. √úbrigens kann man sich nicht ganz sicher sein, ob der Reiskocher die Prozedur (ohne Wasser!) √∂fters √ľbersteht – ein Trockenbetrieb ist ziemlich sicher au√üerhalb der Designparameter.

Allerdings: Die getestete N95-Maske ist von hoher Qualit√§t und (wie andere N95-Masken) in Europa in der aktuellen Krisenlage praktisch nicht erh√§ltlich. Masken nach europ√§ischem FFP2-Standard m√ľssen immerhin 70 Grad √ľberstehen, sie √ľberstehen aber wahrscheinlich auch 100 Grad. „Echte“ FFP2-Masken von westlichen Herstellern sind aber aktuell weltweit ebenfalls schwer erh√§ltlich. Erh√§ltlich sind chinesische KN95-Masken, die oft etwas zarterer Bauart sind. (Bei vielen mit FFP2 oder N95 gekennzeichneten Masken, die online angeboten werden, d√ľrfte es sich in Wahrheit um F√§lschungen handeln oder, so kann immerhin hoffen, um KN95-Masken.) In jedem Fall mag der eine oder andere Nutzer Zweifel haben, ob seine KN95-Maske die 100-Grad-Prozedur (f√ľr eine Stunde!) mehrmals √ľbersteht. (Nachtrag 17.01.2021: Inzwischen bekommt man Marken-FFP2-Masken aus westlicher Produktion in Deutschland, die dem getesteten Modell √§quivalent sind.)

Die gute Nachricht ist: Es reicht wahrscheinlich auch 70 Grad Hitze (bei hoher Virenlast ist mehr als eine Stunde n√∂tig!), um die H√ľlle des SARS-CoV-2-Virus zu zerst√∂ren, wie dieser Preprint darstellt (Testmodell war eine 3M Aura 9211+). Titel des Artikels ist „Assessment of N95 respirator decontamination and re-use for SARS-CoV-2“.

Nachtrag (17.01.2021): Wer sicher gehen will , sollte 80 Grad w√§hlen. Allerdings sind Back√∂fen in der Einhaltung der eingestellten Temperatur wohl nicht sehr verl√§sslich. Deswegen findet man in den Medien auch den Tipp, ein Bratenthermometer zur Temperaturmessung dazu zulegen. Mehr als 100 Grad sollte man aber nicht einstellen, weil etwa die Gummib√§nder ziemlich sicher leiden werden. Und die beste Filterleistung des Maske n√ľtzt nichts, wenn sie nicht dicht sitzt.

Wo ist nun die Regressionsaufgabe? Da der Artikel unter Creative-Common-CC0-Lizenz steht, kann ich hier die wichtigste Abbildung des Artikels wiedergeben (Robert Fischer, Dylan H Morris, Neeltje van Doremalen, Shanda Sarchette, Jeremiah Matson, Trenton Bushmaker, Claude Kwe Yinda, Stephanie Seifert, Amandine Gamble, Brandi Williamson, Seth Judson, Emmie de Wit, Jamie Lloyd-Smith, Vincent Munster: Assessment of N95 respirator decontamination and re-use for SARS-CoV-2, https://doi.org/10.1101/2020.04.11.20062018):

Es sind leider relativ wenig Datenpunkte, aber die Autoren haben dennoch eine Regression vorgenommen (siehe Abbildung). Die Daten sind auf Github (https://github.com/dylanhmorris/n95-decontamination) und OSF (https://osf.io/mkg9b/). Allerdings habe ich die Messwerte zur Abbildung (insbesondere die Virus-Titerdaten) auf die Schnelle dort nicht gefunden. Möglicherweise haben die Autoren erst einmal nur die Daten zu den Versuchskonfigurationen hochgeladen. Jedenfalls können wir hier die Regression nun leider nicht nachrechnen.

Die dargestellten Ergebnisse zeigen aber, dass eine halbe Stunde im 70-Grad-Ofen die Anzahl der Viren um den Faktor 100 reduziert (zweite Spalte; „Heat“). Als dekontaminiert wurde die Maske nach einer Stunde im 70-Grad-Ofen angesehen, womit eine Reduktion der Viren um den Faktor 10000 erreicht wurde. Nach dem Modell der Autoren reduziert √ľbrigens auch eine kurze Erhitzung die Virenlast (allerdings entsprechend weniger).

Behandlung mit 70-prozentigem Alkohol (erste Spalte; „Ethanol“) wirkt auch gut, zerst√∂rt aber schon nach zweimaliger Anwendung die Filtereigenschaften der Maske – ohne dass das sichtbar sein muss. Alkohol ist zur Dekontamination also nicht empfohlen.

Allerdings leiden die Masken auch unter der Behandlung mit 70 Grad Hitze: „Fit factors are a measure of filtration performance: the ratio of the concentration of particles outside the mask to the concentration inside. The measurement machine reports value up to 200. A minimal fit factor of 100 (red dashed line) is required for a mask to pass a fit test.“ Dies bedeutet nach den obigen Abbildung, dass man die Maske etwa dreimal mit Hitze behandeln kann, bevor man sie entsorgen (oder f√ľr noch schlechtere Zeiten in einer Papiert√ľte aufbewahren) sollte.

Offenbar leiden die Masken auch einfach an Ihrer Verwendung, wie man an der Spalte „Control“ sehen kann; diese Masken wurden zum Vergleich nicht behandelt.

Nachbemerkung zur Wichtigkeit von Masken: Forscher der ETH Z√ľrich haben bei Betrachtung der Rohdaten eines einflussreichen Nature-Artikels chinesischer Forscher einen¬† Fehler in der Datenanalyse gefunden (ver√∂ffentlich am 5.8.2020). Offenbar ist SARS-CoV-2 wesentlich fr√ľher ansteckend als gedacht, nicht erst 2 bis 3 Tage vor den ersten Symptomen. Dies hat auch weltweite Folgen f√ľr die Nachverfolgungsprozeduren die auf den Nature-Artikel basieren (auch die des RKI in Deutschland):

Our reanalysis suggests that tracing contacts of infected index cases as far back as 2 or 3 days before symptom onset in the index case might not be sufficient to find all secondary cases.

Stattdessen finden viele Ansteckungen bis zu 4 Tage vor Eintritt der ersten Symptome statt:

the corrected distribution tells us we need to look back at least 4 days to catch 90% of presymptomatic infections.

Auch nach der Korrektur bleibt es dabei, dass √ľber 40 Prozent der Ansteckungen durch Menschen geschieht, die selbst noch keine Erkrankungssymptome sp√ľren, denen die Erkrankung also erst recht nicht anzusehen ist:

We also found a presymptomatic infection fraction of 45.6% (95% CI 23.8‚Äď75.8%) using the He et al. [1] method and 43.7% (95% CI 26.4‚Äď64.5%) using the corrected profile.

Aber vielleicht kann ja ein Hund die SARS-CoV-2-Infektion riechen. Ansonsten bleibt im Zweifel zum Schutz nur Abstand halten, Maske tragen und die Corona-Warn-App.

Noch eine Bemerkung: Hier ein einf√ľhrender Artikel der CDC zu Masken f√ľr medizinisches Personal. Diese Kurzgegen√ľberstellung von OP-Masken und N95 -Masken (entsprechend FFP2 bzw. KN95) macht auch deutlich, dass die Dichtheit der Maske wesentlich ist, um vor Aerosolen zu sch√ľtzen. Vor Tr√∂pfchen sch√ľtzt dagegen schon die einfache OP-Maske. Letzteres gilt, in Abh√§ngigkeit der der Dichtheit des Gewebes, auch f√ľr eine Stoffmaske. Ein Beispiel: die waschbare Textilmaske, die ein deutscher Textilhersteller in der Coronakrise entwickelt hat,¬† ist als Medizinprodukt (d.h. als OP-Maske, nicht als FFP-Maske) zertifiziert. Es handelt sich dabei um ein Laminat aus drei Lagen, die zusammen einen sehr dichten Stoff ergeben. Wenn man diesen Stoff gegen das Licht h√§lt, kann man keine L√∂cher erkennen – anders als bei √ľblichen¬† Alltagsmasken.

Nachtrag 17.01.2020: Da nun eine bundesweite Pflicht zu FFP2-Masken im Bus und Bahn und im Supermarkt im Raum steht, ist die Frage der Wiederverwendung von FFP2-Masken noch relevanter geworden. Dazu ist auch zu bemerken: Damit die FFP2-Maske (f√ľr den Tr√§ger und f√ľr andere) wirksam ist, muss sie dicht sitzen, genau gesagt d√ľrfen nur etwa 8% des Luftstroms um die Maske herum gehen. Eigentlich m√ľsste jede(r) Tr√§ger mal einen Fit-Test machen (ein Riechtest mit einer vernebelten Testsubstanz, etwa Saccharin), um zu verstehen, wann eine Maske wirklich dicht sitzt.

Allerdings: Wenn ich zur Zeit durch die Stadt gehe, f√§llt mir schon bei den Alltagsmasken nur eine Bemerkung ein: „Jeden Tag lerne ich neue Methoden, Masken so zu tragen, dass sie unwirksam sind.“ Ach ja: Und Vollbarttr√§ger k√∂nnen die FFP2-Maske gleich weglassen, die Luft geht sowieso durch den Bart und nicht durch die Maske.

Nachtrag (23.01.2021): Inzwischen hat die Fachhochschule M√ľnster aufgrund eigener Untersuchungen eine Handlungsempfehlung zur Sterilisation von FFP2-Masken online gestellt. Kurz lautet diese: 80 Grad trockene Hitze – mit Bratenthermometer zur √úberpr√ľfung der Temperatur. Die wissenschaftliche Publikation zum Thema soll in einigen Monaten folgen.

Der Hersteller 3M bef√ľrchtet f√ľr seine Masken, dass Erhitzen √ľber 75 Grad (Stand des Dokumentes September 2020) die Filtereigenschaften beeintr√§chtigen k√∂nnte. 70 Grad Hitze m√ľssen FFP2-Masken allerdings gem√§√ü Standard aushalten!

 

25 Gedanken zu „Corona: Wie sterilisiert man Masken, die man nicht waschen kann? Eine Regressionsaufgabe.“

  1. Ein aufschlussreicher. Artikel. Danke vielmals. Eine derartige Information sollte in der Tageszeitung stehen. Im letzten halben Jahr hat es die Regierung nicht geschafft, die Bev√∂lkerung ausreichend mit preisg√ľnstigen FFP2 Masken zu versorgen.

  2. . Hallihallo wollte eigentlich nur wissen ob man eine ffp2 Maske die in der Apotheke erh√§ltlich ist um ca 7 ‚ā¨ kostet waschen kann einmal oder mehrmals und ob die Sicherheit der noch gew√§hrleistet ist danke mit freundlichen Gr√ľ√üen

    1. Ja, FFP2-Masken (ebenso CPA-Masken und KN95 Masken) sind urspruenglich Einmalartikel. Wenn man sie wäscht, wird die Filterschicht sehr leiden. Lieber 4 oder mehr Tage an die Luft haengen bis sich die Viren abgebaut haben. Wenn man nicht warten kann, dann kann Erhitzen die Viren auch zerstoeren (siehe oben).

      1. was bedeutend das im Zusammenhang im Bakterien? Man verseucht ja diese Maske auch zwangsl√§ufig mit Bakterien – bauen sie die √§hnlich ab, wie Viren, wenn man die Maske ein paar Tage nicht benutzt und sozusagen ‚Äěausl√ľften‚Äú l√§sst?

        1. Je nach Lagerung könnten sich tatsächlich auch andere Erreger auf dem Material ausbreiten, insbesondere wenn die Maske feucht ist.

          Deswegen ist es empfehlenswert, die Maske auf jeden Fall immer sofort zum Trocknen aufzuhängen.

          Wenn man sicher gehen will, kann man zusätzlich zur Rotation ab und zu auch noch eine der anderen Dekontaminations-Methoden verwenden, wie das Erhitzen im Backofen.

    2. Ja, unter eine Behandlung mit Wasser wird die Filterschicht sehr wahrscheinlich leiden. Lieber die Maske 4 Tage (oder mehr) an die Luft haengen, dann haben sich die Viren auch abgebaut. Wenn man nicht so lange warten kann, kann man sie auch erhitzen, etwa eine Stunde f√ľr 70 Grad (siehe Text). Ab einfachsten ist es aber 4 Masken zu haben, die man tageweise rotiert.

      1. Mich hat vorallen die Desinfektion der FFP Masken interssiert.
        Bisher habe ich sie nach der Empfehling meiner Apotheke im Backofen bei halbst√ľndlicher Dauer mit 70 Grad behandelt und ansonsten abwechseln getragen.

        Was aber auch interessant wäre, ist die Frage nach der Wirksamkeit dieser Masken.
        Ich schaue vorallen auf die CE vierstelligen Kennzeichnung und vergleiche diese mit einer Tabelle der amtlichen europäischen Zertifizierungsstellen.
        So kann ich zumindest sicher sein daß es keine nachgemachte und unzuverlässige Maske ist, wie sie auch in Apotheken angeboten wird.

        1. Ja, inzwischen gibt es ja auch FFP2-Masken von deutschen Herstellern. Solche bestelle ich aktuell f√ľr meinen Bedarf und f√ľr das Institut.

          √Ąrgerlich finde ich aktuell aggressive Werbung f√ľr Stoffmasken, in denen das Produkt angepriesen wird mit der Formulierung

          „inaktiviert bis zu 99.9% alle SARS-2 (CoVid-19) Erreger“

          – geschm√ľckt mit dem Namen mehrerer deutscher Universit√§ten.

          Nicht sofort erkennbar ist, dass diese Behauptung nichts mit der Filterleistung zu tun hat. Es geht lediglich darum, dass die Masken in der Handhabung sicherer sein k√∂nnten, weil sich Viren auf der Oberfl√§che schneller abbauen. So wird eine Ansteckung √ľber die H√§nde unwahrscheinlicher.

          Man könnte zum Schluss kommen, dass die Verwechslung mit der Filterleistung von FFP-Masken (FFP2: 95% Partikelfiltration nach Norm EN149) beabsichtigt sein könnte.

  3. Die KN 95 Masken haben leider einen Eigengeruch, der nicht gut ist.Daher wurden die Masken jetzt auch kostenlos von den Apotheken verteilt.
    Nach dem Waschen leider keine Verbesserung.
    Da wurden sicherlich nicht die 1.Wahl f√ľr uns Alten ausgew√§hlt.
    Schade..

    1. Bei vielen fern√∂stlichen KN95- und FFP2-Masken hat mich der starken Chemiegeruch auch gest√∂rt. Daher bevorzuge ich inzwischen aus FFP2-Masken aus deutscher Produktion – die es gl√ľcklicherweise inzwischen auf dem Markt gibt – produziert von mittelst√§ndischen Betrieben.

  4. Informativer Beitrag.
    Neueste Info im TV war, FFP2 Maske trocken lagern, Benutzung bis sie verschmutzt ist, bis ca. 4 Wochen.
    Na gut, da√ü wir √ú65 nun gesamt 9 Masken vom Bund √ľber die Apotheke erhalten. Bei uns sogar bei der Erstausgabe mit Billet f√ľr Jan.-u. Februar ohne die 2‚ā¨ Zuzahlung, also f√ľr „umme“.
    Die Masken sitzen gut, dicht und atmen geht gut, selbst bei „Eingeschr√§nkten“.
    Da sag ich einfach mal danke!

  5. Guten Tag,
    wir desinfizieren unsere Masken mit einem Babyflaschenvaporisator. Die Maske wird 20-25 Min. Mit heißen Wasserdampf umnebelt, geht die Maske davon kaputt?

    Vielen Dank f√ľr Ihre Antwort im Voraus.

    1. Auch die US-Seuchenbeh√∂rde CDC hatte „moist heat“ (also „feuchte Hitze“) schon im Fr√ľhjahr 2020 als M√∂glichkeit zur Dekontamination von Masken genannt:

      NIOSH found that, as of April 2020, ultraviolet germicidal irradiation, vaporous hydrogen peroxide, and moist heat have shown the most promise as potential methods to decontaminate FFRs.

      siehe hier https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/hcp/ppe-strategy/decontamination-reuse-respirators.html;

      Mit FFR (Filtering Face Respirator) ist eine N95-Maske gemeint.

      Inzwischen gibt es einige Untersuchungen, die feuchte Hitze zur Dekontamination von filtrierenden Masken sogar empfehlen:

      We found that moist mask heating (65‚Äď80¬įC at 50‚Äď85% relative humidity for 20‚Äď30 min) and vaporous hydrogen peroxide treatment were supported by the literature to provide consistent viral decontamination without compromising mask seal and filtration efficiency.

      siehe diesen Artikel: https://link.springer.com/article/10.1007/s12630-020-01770-w

      Mir ist zwar keine Ver√∂ffentlichung bekannt, die explizit Dampfsterilisatoren (f√ľr Babyflaschen) zur Dekontamination von FFP2- oder N95-Masken untersucht haben. Aber nach Sichtung der Literatur wird die Maske dadurch sicher dekontaminiert – und Feuchtigkeit scheint die Masken (und die Filterschicht) auch nicht zu zerst√∂ren. Man sollte allerdings darauf achten, dass die Maske auch nach der Prozedur noch absolut dicht am Gesicht anliegt. Erfahrungsgem√§ss leidet die Dichtheit (fit factor) auch schon einfach durch die mehrfache Verwendung (siehe den im Text diskutierten Artikel).

      Aus meiner persönlichen Beobachtung wird das dichte Anliegen von Masken von vielen Nichtprofis gerne vernachlässigt. Damit die Maske (gemäß FFP2-Standard) sicher ist, darf nur maximal 8% Leckage auftreten.

      Nachtrag: Die Sache mit der Dampfsterilisation scheint schwieriger zu sein als gedacht. Zumindest einige Sterilisationsprozesse mit Dampf scheinen nach Angaben des Herstellers 3M die Filter zu sch√§digen (Link im Nachtrag s.o.). Einige andere Prozesse mit feuchter Hitze (mit vergleichsweise niedriger Temperatur von nur 65 Grad) sind dagegen von 3M freigegeben. Aktuell w√ľrde ich daher trockene Hitze von 75 Grad bevorzugen.

    1. Im oben erw√§hnten dem Artikel haben die Autoren 70-prozentigem Alkohol getestet (Spalte „Ethanol“).
      Das hat auch gut gewirkt, hat aber schon nach zweimaliger Anwendung die Filtereigenschaften der Maske beeinträchtigt.
      Und das, ohne dass das sichtbar sein muss. Alkohol ist zur Dekontamination also eher nicht empfohlen.

  6. Wir haben aus der Zeit wo wir unsere Kinder noch die Flasche gegeben haben einen Dampfsterilisator (Philips Avent Dampfsterilisator 3 in 1 РSCF285/02), wo wir die Fläschchen mit desinfiziert haben. Ca. 150 ml Wasser werden dabei verdampft und durch das Gefäß mit den Fläschchen, bzw. Maske durchgejagt.
    Ja, die Masken sehen Dampf, aber kein fl√ľssiges Wasser bei knapp 100 ¬įC.

    Der ganze Prozess mit 150 ml Wasser dauert ca. 10 Minuten.

    Wie ist die EInschätzung hierzu ob das ein mögliches verfahren ist?

    Vielen Dank f√ľr Feedback

    1. Die Sache der der Dampfsterilisation scheint komplizierter zu sein als gedacht. Der Hersteller 3M r√§t von Dampfbehandlung ab, au√üer bei Verwendung bestimmter Ger√§te mit vergleichsweise niedriger Temperatur. Aktuell w√ľrde ich die Methode mit trockener Hitze von etwa 75 Grad bevorzugen.

    1. Viele asiatische Länder haben Corona inzwischen ganz gut im Griff Рjedenfalls deutlich besser als Europa. Aus Sicht von China ist aktuell Deutschland ein Hochrisikogebiet.
      Ich kenne allerdings Menschen, die ihre KN95-Masken schon deshalb ein paar Tage an der Luft ausd√ľnsten lassen, um den Chemiegeruch loszuwerden. Wenn Sie Bedenken haben, k√∂nnen Sie ihre neue Maske natuerlich auch bei 80 Grad im Ofen (1 Stunde!) sterilisieren.

  7. Das Coronavirus hat eine Fetth√ľlle. Wenn diese zerst√∂rt ist, kann sich das Virus nicht mehr andocken.
    Um diese Fetth√ľlle zu zerst√∂ren verwende ich ein luftdicht abschlie√übares Gef√§√ü z.B. . ein Einmachglas mit Metallverschlu√ü in das ca. 3 cm √ľber dem Boden eine Trennscheibe aus Metall oder Kunststoff eingelegt wird und dann ca. 1 cm hoch Aceton eingef√ľllt wird. Die Scheibe muss nicht genau in das Glas passen, weil der Dampf am Rand hochsteigen kann. Auch ein Drahtgitter ist geeignet.
    Die Maske kommt nur mit dem Acetondampf in Ber√ľhrung der die Fetth√ľlle des Virus zerst√∂rt. Statt Aceton k√∂nnte auch andere hochfettl√∂sende schnell verdampfende Fl√ľssigkeiten verwendet werden.
    Abends die Maske in das Glas und morgens wieder entnehmen.
    Der Acetondampf verfl√ľchtigt sich innerhalb weniger Minuten aus der Maske.(Geruchstest).
    Der Verbrauch an Aceton ist minimal.
    Achtung: Nach dem √Ėffnen des Glases den Dampf m√∂glichst wenig einatmen!!!!
    Gebrauchsmuster ist angemeldet, aber jeder kann es f√ľr sich nachbauen.

    1. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Ihre Methode mit Azeton funktioniert, d.h. dass a) die Viren inaktiviert werden und b) die Filtereigenschaften nicht beeinträchtigt werden. Allerdings kann Azeton einige Kunststoffe angreifen (allerdings offenbar nicht Polypropylen).
      Da ich keine Ver√∂ffentlichung finden kann, die die vorgeschlagene Methode getestet h√§tte, w√ľrde ich wohl eher beim Erhitzen (oder Rotieren) bleiben.

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